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  1. #496
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    Erschöpft sackte Oboro auf die Knie. Hatten sie es wirklich geschafft? Konnte sie jetzt schlafen? Ihr verschwommener Blick schaute sehr verträumt um sie herum. Dumpfe Geräusche kamen zu ihr durch. Sadrugh sprach zu ihr und bat sie den Weg zurückzulaufen. Sie würde auf Isenhorn und seine Männer treffen. "Mhm....".

    Mühsam richtete sie sich wieder auf. Sie würde diesen Umstand nicht hinterfragen und wäre sie nicht so erschöpft, hätte sie es mithilfe des Waldes auch nachprüfen können. Aber so ging, oder vielmehr taumelte sie, wie eine Betrunkene davon. Begleitet wurde sie von Waldgeistern, die sich dankbar zu ihr gesellten und sie beschützen wollten. "Mh...wo ist Hokko?" "Ich bin direkt neben dir." sprach die Stimme des kleinen Geistes von ihrer linken Seite aus und Oboro lächelte leicht. "Guut."

    Nach einer Weile traf sie tatsächlich, wie von Sadrugh vorausgesagt, auf Isenhorns Trupp. Grüßend hob sie die Hand "Heeeeey", torkelte dann direkt auf Isenhorn zu, stolperte und fiel auf ihn.

  2. #497
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Fenia nahm sich nicht die Zeit, sich umzusehen und zu überprüfen, wie weit das Ritual fortgeschritten war. Alle ihre Gedanken waren fest im hier und jetzt verwurzelt, und diese Geistesregungen 'Gedanken' und nicht schiere Reflexe zu nennen, war schon fast zu viel der Ehre. Sie bewegten sich vielmehr auf einer intuitiven Ebene. Zwei Gegner von rechts? Also ein waagrechter Schlag mit genügend Wucht. Einer von hinten? Beim Schlagen einen Tritt ausführen. Anschliessend Klinge nach oben reissen und Momentum nutzen. Wie so häufig, wenn sich die Walküre in schweren Kämpfen gegen etliche Feinde befand, liess sie Körper und Geist als Einheit agieren, versetzte sich quasi in eine Trance, in der nichts zählte ausser der aktuelle und der anschliessende Feind. Doch dieses Mal war etwas anders – denn dieses Mal war Sie Selbst anders. Als Walküre war sie schon immer unvergleichlich kräftiger gewesen als ein normaler Mensch, kräftiger auch als Angehörige der meisten anderen Rassen, selbst der Walküren – aber jetzt hatte sie eine Kraft, die sie nicht einschätzen konnte. Die sie nicht kontrollieren konnte. Wenn sie mit 'ganzer Kraft' zuschlug, wie sie es bei einem gepanzerten Gegner zu tun pflegte, so zerteilte sie damit nicht mehr nur ihn, sondern pflügte eine Spur durch das Terrain, bis sie aus ihrer Sicht verschwand. Liess sie einen Schlag auf den Boden niederfahren, bebte dieser, als hätte ein zorniger Riese seine Wut auf diesem ausgelassen.

    Immer mehr Stärke strömte in sie, bis sich ihre Gliedmaßen so anfühlten, als würden sie platzen. Noch nie hatte sie Karyptius so schnell und so ausdauernd geschwungen, ihm noch nie so viele Seelen auf einmal zugeführt. Der Schatten, der sein steter Begleiter war, wurde auch zu dem Ihren, während es vor Ihren Augen so aussah, als würden geisterhafte Ketten die Klinge und sie verbinden, sie dichter an die unheilvolle Waffe schmieden. Doch das Schwert war nicht der Grund für ihren Kraftzuwachs. Vielmehr schien es die Erde selbst zu sein, die sie mit Energie auflud, als wäre sie eine Mastgans. Und irgendwann war es beinahe zuviel. Sie blutete bereits aus etlichen Verwundungen, doch ab einem gewissen Zeitpunkt stammten diese Wunden nicht mehr von den pervertierten Lebensformen, sondern von ihr selbst. Ein einzelner Schwung reichte, um mehrere Quadratmeter weiter jedweden Feindkontakt zu eliminieren – doch ihr Leib konnte derartiger Wucht nicht mehr standhalten. Es war, als hätte der Wald die Gelegenheit ergriffen und nutzte sie als Instrument dazu, sich an jenen zu rächen, die ihm übel mitgespielt hatten. Fenia war sich nicht sicher, ob ein Wald ein eigenes Bewusstsein hatte, doch in einem Moment der Klarheit entschied sie, dass dies durchaus der Fall sein könne – ehe der nächste Dämon in Reichweite kam und sich all ihr Denken und Handeln wieder um diesen drehte.

    Als sich das Ritual dem Ende näherte, war Fenia in einem Zustand berserkerhafter Trance. Ihre Augen strahlten schier vor Kraft, als sie mit einem Satz mehrere Meter durch die Luft segelte und die Erde alleine durch ihr Aufkommen auf dem Boden wieder in Wallung geraten leiss. Schockwellen breiteten sich von ihr aus, die die Erde heben und senken liessen, was Feinde in die Luft schleuderte oder tief im Erdreich begrub. Karyptius hatte sie fortgeworfen und liegengelassen – die Klinge war mittlerweile so kalt geworden, dass ihre linke Hand Frostbrand erlitten hatte, und so hatte sie sie schlicht von sich in den Boden gestoßen. Doch es war beileibe nicht so, als würde sie die Dämonen nun nur noch mit blossen Fäusten bezwingen. Als sie mit ihrer lädirten Faust ausholte, sammelte sich der Stein in ihrer Nähe, um ein langes, armartiges Gebilde auszubilden, das groß genug war, um einen Oger in sich zu zerquetschen. Mit einem Schlag fegte diese Faust, die einem Rammbock weitaus eher glich als einem Gebilde, das sich an einem Humanoiden orientierte, durch einige geifernde Besessene hindurch und hinterliess auf ihrem Weg nichts als zerschmetterte Leiber. Um ihren Rücken schwebten tränenförmige, spitze Felssplitter, die ihren Bewegungen folgten und all diejenigen niederstreckten, die sich ihr von hinten nähern wollten. Mit einem zweiten steinernen Arm fegte sie einen dämonisch pervertierten Bären zur Seite, als wäre er eine Schmeißfliege, drehte sich um – und sah sich mit einem Male keinem Gegner mehr gegenüber. Sowohl Oboro als auch der Minotaurus waren neben ihr die einzigen lebendigen Kreaturen, die hier im Zentrum des Waldes noch verblieben waren.

    Doch der Kraftfluss, der in sie strömte, nahm nicht ab. Und als frisches Blut aus ihrer Seite quoll, als eine ihrer Seiten einfach aufplatzte, als hätte sich dort wieder eine Wunde geöffnet, wusste sie, dass sich ihr Leben immer noch in Gefahr befand. Mit einem verzweifelten Schrei schlug sie die Erde neben sich mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, versuchte einfach nur, diese Energie irgendwie zu verbrauchen. Der steinerne, gewaltige Arm, der den ihren um ein dutzendfaches überragte und doch so leicht neben dem ihren schwebte und ihre Bewegungen kopierte, als wäre es der Ihre; stiess mit einem dumpfen Knall in das Erdreich, als hätte jemand einen schweren Steinbrocken in einen Abgrund gestoßen. Humus und Pflanzenreste spritzten einer Geysireruption gleich in die Höhe und fielen als erdiger Regen wieder zu Boden. Sie führte die gleiche Bewegung weiter aus, stiess die Hand in die Erde und schleuderte eine wahre Fontäne an Erde und Steinen in die andere Richtung, woraufhin erneut etliche Steinspeere aus dem Boden brachen und wieder darin verschwanden, jedoch nicht bevor sie einen Teil des Feldes umgegraben hatten wie einen Acker.

    Sie warf einen wilden Blick in Richtung der beiden magisch Begabten, der zwischen Wut und Verzweiflung schwankte. Wut auf ihre eigene Ohnmacht, Verzweiflung, weil sie einen Kampf focht, der mangels Gegner gegen sie selbst geführt wurde und den sie daher nur verlieren konnte. Irgendwie hatte Karyptius den Weg zurück in ihre Hände gefunden, als sich auch ein gigantisches, steinernes Pendant der Klinge in ihren 'zweiten' Händen bildete. Sie öffnete die Lippen, um zu schreien, um um Hilfe zu bitten, um irgend etwas zu tun – aber keine Silbe trat hervor. So blieb ihr nichts anders übrig, als stumm um Hilfe zu bitten, als ein neuerlicher Kraftstoß ihren Leib durchfuhr, als hätte ein Blitzschlag sie getroffen. Die Stacheln, die hinter ihr schwebten, surrten umher wie wütende, tödliche Hornissen und durchstiessen einige der Felsformationen, die sie selbst in ihrem Wüten erzeugt hatte, als wären sie nichts weiter als ein Trugbild. Als sie von der Verwüstung aufsah, die sie rings um sich herum anrichtete, sah sie den Tauren mit entschlossenen Zügen auf sich zustapfen. Ein Funke der Hoffnung keimte in ihr auf. Er hatte verstanden! Und selbst wenn nicht, würde sie etwas von der Kraft loswerden können, die in ihr brannte und ihr nach und nach nur noch Asche hinterliess. Je näher er ihr kam, desto stärker nahm sie das tosen der Winde wahr, die sich um ihn zu sammeln schienen. Als er schliesslich die Hand vorstreckte, sandte er ihr mit dieser Geste eine Sturmböe entgegen, die sie wohl aus der Lichtung geschleudert hätte, hätte sie nicht instinktiv reagiert und sich schlicht im Boden verankert. Die tränenförmigen Felsgeschosse surrten mit dumpfen Pfeifen auf ihn zu, als er mit beiden Händen einen noch weitaus kräftigeren Windstoß erzeugte, um sie abzulenken und harmlos in den Untergrund zu seinen Seiten schlagen zu lassen.

    Mit einem neuerlichen Aufwallen von Kraft schien es plötzlich, als würde sie etwas in ihm erkennen. Beinahe war es so, als ob der Wind, der ihn umtoste, ein Bild formen würde... Unterdess bemerkte sie nicht, dass der Fels um sie herum sich ebenfalls hinter ihr sammelte, bis sie ein markerschütterndes Röhren herum fahren liess. Aus Erde, Stein, Pflanzen und Erz hatte sich das Bildnis eines sich aus der Erde herausgrabenden Drachen gebildet, welcher ab dem Hals aufwärts und seinen beiden Klauen zu sehen war, die aus ihren beiden vormaligen steinernen Armen entstanden waren. Doch bevor sie auch nur in der Lage war, darauf zu reagieren, wurde der Drache hinter ihr – der, so wurde ihr instinktiv klar, aus ihr Selbst gekommen war – von einem weiteren Drachengebilde angebrüllt. Anders als das rumpelnde, dumpfe Poltern; das 'ihre' Erscheinung von sich gegeben hatte, erinnerte der Laut, den der Andere von sich gab, an das Heulen des Windes, das Tosen des Sturmes und das schwere Vibrieren purer Stimmgewalt. Der Taure schien genauso überrascht wie sie selbst zu sein – keiner von Ihnen hatte ein solches Spektakel jemals erlebt, geschweige denn auch nur davon gehört. Doch keiner von ihnen beiden konnte es sich leisten, sich davon allzu sehr ablenken zu lassen. Die steinerne Kreatur, die über Fenia aufragte wie ein Marionettenspieler über einer seiner Puppen, röhrte erneut, als die Walküre samt ihrem drachischen Alter Ego einen Satz nach vorne machte, begierig, ihre Stärke auf nächster Distanz freien Lauf zu lassen. Es war, als käme eine Lawine auf den Tauren zu, als sich Erde und Fels vermengten und in einer gemeinsamen Welle auf ihn zuschwappte. Als er sich mit einem Sprung in Sicherheit brachte, konnte er mit ansehen, wie der Waldboden unter ihm schier gerodet wurde, überrannt von der elementaren Gewalt, die dort entfesselt wurde. Als Fenia den Kopf nach oben wandte, tosten Sturmböen und Regenschauer auf sie hinab, dass es ihr kaum gelang, die Augen offen zu halten. Weitere Ausbrüche ihrer Kraft zwangen sie dazu, sich dieser erneut zu entledigen, weshalb sie wahllos Felsbrocken in die Höhe katapultieren liess, während es schien, als würde der steinerne Drache hinter ihr Atem holen.

    In dem Moment, als sie den stetig steigenden Luftdruck wahrnahm, sah sie den Minotaurus wieder. Dieser hielt eine kleine Kugel solcherart konzentrierter Winde vor sich, dass sie mit blossem Auge zu erkennen war – sie flimmerte und waberte wie unter großer Hitze, als er seine Magie auf das steinerne Gebilde über ihr entfesselte. Während sie den Aufprall weder sah noch spürte, waren die Folgen jedoch nicht zu übersehen. Mit einem Schlag breitete sich die magisch komprimierte Luft wieder aus und zerfetzte die steinerne Statue schier, während sie selbst nur dadurch weitestgehend verschont wurde, dass er zum Einen nicht auf sie gezielt hatte, und zum Anderen die beiden Klauen schützend über sie gehalten wurden, als sie reflexiv ihre eigenen Arme zum Schutz über dem Kopf verschränkt hatte. Das stetige Brennen, dass sie erfüllte und ihr Kraft trotz ihrer wohl lebensbedrohlichen Verfassung verlieh, liess nach, als mit einem Mal der Taure mit einem dumpfen Schlag vor ihr aufkam – er schien sich mit einem Satz zu ihr befördert zu haben – und versuchte, sie mit seinen Pranken zu Boden zu pressen. Sie hingegen liess es auf ein Kräftemessen ankommen, während sie Karyptius vor sich auf den Boden fallen liess, was dazu führte, dass er mit der Spitze voran bis zur Hälfte seiner Klinge in den felsigen Untergrund hinein sank. Die großen Hände des Minotaurus stemmten sich gegen ihre zierlichen, die wohl gerade mal einen Finger umfassen konnten – doch er staunte nicht schlecht, als sie sich krafttechnisch nicht nur gegen ihn zu behaupten wusste, sondern auch noch so sehr Druck aufzubauen vermochte, dass er selbst in Bedrängnis geriet. Während sie sich einen Wettstreit in Sachen purer Muskelkraft lieferten, tobten um sie herum die elementaren Gewalten von Luft und Erde. Erdreich spritzte fontänengleich in die Höhe, um von den kräftigen Böen jedoch genauso weit in der Umgebung verteilt wurden wie die Pflanzen, die zum Eigenleben erwacht versuchten, sich um die Gliedmaßen des Tauren zu schliessen. Tränenförmige, spitze Felsen schossen umher, verloren sich jedoch genauso sehr im Sturm wie alles andere, was die Erde hervor brachte. Umgekehrt jedoch spürte Fenia den Wind kaum, prallte die Luft doch harmlos von steinernen Barrieren ab, die sich um sie herum aus dem Boden schoben, um ihren Leib zu behüten, während ihre von Ranken umwickelten Füße in den Boden eingesunken waren, um ihr einen besseren Halt zu verleihen.

    Doch schliesslich war es vorbei. Das tobende Spektakel um sie herum erstarb, als ihrer beider Kräfte endlich erlagen und Fenias ungeminderter Strom an Magie versiegte. Beinahe wäre sie auf der Stelle zusammen gebrochen, doch der Taure versuchte sie immer noch zu Boden zu drücken, wahrscheinlich, um ganz sicher zu gehen. Ein schwaches Lächeln formte sich auf ihren Lippen. Mit einer letzten Kraftanstrengung stemmte sie sich von unten gegen die Pranken ihres verbündeten Widersachers und hob ihn einige Fuß weit in die Höhe, während dieser die sehr skurrile Erfahrung machte, von einem Wesen gestemmt zu werden, was noch nicht einmal die Hälfte seiner Größe hatte. Mit einem Schrei mobilisierte sie ihre letzten Reserven, denn hier ging es nur noch um eines – ihren Stolz. Sie schmetterte ihn auf den Boden neben sich, als wäre er ein menschlicher Trainingspartner. Noch während der Taure sich bereits wieder umwandte, unter Schmerzen zwar, aber dennoch kampffähig, grinste sie nur mit blutverschmierten Zähnen, während ihr Schwarz vor Augen wurde. „Ich... verliere... nicht.“ brachte sie nur noch hervor, als sie das Bewusstsein verlor und auf ihn hinab kippte. Als sie erwachte, drückte der Minotaurus sie in seine Arme. Sie versuchte etwas zu sagen, doch er befahl ihr schlicht den Mund, was sie kraftlos mit sich geschehen liess und nur ein schwaches Nicken zustande brachte. Es schien, als hätte er sie beide so weit versorgt, wie es ihm möglich war, und als würde er auch sie am Leben erhalten. So fanden ihre blutroten Augen die Seinen, als sie ein immer noch zu Tode erschöpftes „Danke“ hervor brachte.
    Geändert von Rosered_Strauss (09.08.2017 um 13:54 Uhr)

  3. #498
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    Eine gefühlte Ewigkeit schien vergangen zu sein, als Sadrugh sich endlich ächzend und vorsichtig aufrichten konnte. "Wer rastet der rostet, sagen die Menschen doch oder nicht? Ich wäre also dafür das wir die wärmenden Feuer eurer Freunde aufsuchen und uns dort weiter ausruhen, meint ihr nicht auch?" doch der Taure wartete nicht wirklich eine Antwort ab, welchen Widerstand wollte ihm seine Begleitung auch entgegen bringen. Ihr Zustand war nach wie vor nicht der Beste, auch wenn er nicht mehr Lebensbedrohlich war. Vorsichtig hob der Minotaure Fenia nach oben und hielt sie weiter in den Armen fest. Den Rücken an seinen rechten Oberarm gelehnt konnte sie so sehen wohin die beiden gingen, ohne das der Taure aufhörte sie weiter warm zu halten.

    Von der Lichtung aus stampfte der Taure mit großen Schritten zu den Bäumen und dann weiter durch den Wald. Nun da die dämonische Bedrohung beseitigt war, konnte man im Wald auch wieder das ein oder andere Tier hören, insbesondere in den Baumwipfeln.
    Zufrieden schnaupte der Taure und nahm den belebenden Geruch von Kräutern wahr. Zuviel vom Wald war durch die Dämonen verfälscht worden und schien nun wieder auf dem Weg der Besserung zu sein. Ganz unvermittelt setzte er wieder zu einen Gespräch an, als er sich unter einen dicken Ast duckte
    "Dem Gespräch mit dem König entnahm ich das euer Name Fenia ist, doch scheint mir dass dies nicht euer voller Name ist, gehe ich da richtig in der Annahme?" Eine kurze Bewegung auf seinem Arm, die auch einfach nur eine Verlagerung des Gewichtes gewesen sein könnte, nahm Sadrugh aber erst einmal als ein Bestätigung seiner Frage hin.
    "Nun da ihr bei der Unterhaltung des Königs erst dazu gestossen seid, kennt ihr ihn vielleicht nicht, aber mein Name ist Sadrugh, Sadrugh Sturmläufer." Kurz schwieg Sadrugh ehe er weiter fort fuhr. "Wie ich schon sagte bringe ich uns zu eurem Lager, alles weitere werde ich dann dort entscheiden, welche Dinge auch immer dort dann auf mich zukommen mögen.
    Außerdem wollte ich euch noch fragen ob ihr den Fussweg vorzieht? Oder ob ihr euch auch eine Reise durch den Himmel zutraut, so wie zuvor? Ihr seid die, welche es am schlimmsten getroffen hat." Sadrugh überspielte voll Absicht seine eigene Erschöpfung, doch sollte er die Reise sowohl auf dem einen Weg, wie auch auf dem anderen, meistern können.

  4. #499
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    Fenia schwieg erst, nicht aus Vorsicht oder ähnlichen Gefühlen heraus, sondern schlicht daraus, dass sie erst Kraft sammeln musste, ehe sie sich in der Lage sah, zusammenhängende Worte zu formulieren. "Man nennt mich... Fenia Junivera Dracovia Faldahon. Hohe Inquisitorin, Executrix ultimum judicium, trauernde Heilige und noch anderes. Aber all das sind... Titel, verliehen erst nach einer ganzen Weile. Für dich... bin ich einfach Fenia, denn zumindest das ist... mein Geburtsname. Das ist einfacher." Sie atmete langsam und tief, während sie die Schwäche in ihren eigenen Gliedern beinahe anekelte. "Aber sag mir... Sadrugh Sturmläufer. Du scheinst mir... vieles zu wissen. Was... war das? Diese... Drachen? Und warum hat der Steinerne... mich fast umgebracht?" Die Frage des Tauren nach der Art der Fortbewegung ignorierte sie scheinbar, aber der Schamane merkte schnell, dass ihre Erschöpfung einen Weg durch den Himmel zumindest sehr kompliziert machte, schien sie sich doch noch nicht einmal mehr aus eigener Kraft sonderlich kräftig an ihm festhalten zu können. Der Kraftausbruch schien alles andere als beabsichtigt gewesen zu sein, konnte man ihren Worten Glauben schenken. "Ich fühle mich so... schwach." Mit einem Male griff sie ihm an die Brust, um ihre Hand in dem Fell dort zu vergraben. "Bitte... lasst uns rasten, bevor wir... das Lager erreichen. Sie alle... dürfen mich nicht... so sehen." Sardrugh wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sie erneut zugriff und ihm einen flammenden Blick zuwarf, in dem ein stählerner Wille zu sehen war.

  5. #500
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    Sadrugh verstand ihren Blick und respektierte ihren Wunsch. So viel war er Fenia für ihren Kampf auch schuldig. Scheinbar wollte sie vor den Anderen keine Schwäche zeigen und ihre "Titel" wie sie sie bezeichnete, schienen auf ein hohes Ansehen in ihrem Volk zu schließen. So blieb er stehen und sah sich kurz um. Auf ihren Weg zum Lager erkannte er einen Stein und entschied bis zu diesem weiter zu gehen und dort zu rasten. Er lies sich auf dem großen Stein nieder und hielt seine Begleiterin weiterhin auf seinem Arm.
    Nun schaute er kurz in die Ferne denn er dachte über Fenias letzte Worte nach.
    "Ich kann euch nicht genau sagen was diese "Erscheinungen" waren, ihr nennt sie Drachen, ich selbst habe für sie keine wirkliche Beschreibung. Ich weiß nicht was ein Drache ist da ich noch keinem Wesen begegnet bin, das sich als so bezeichnet hat. Die Bezeichnung "Der Steinerne" finde ich jedoch ganz gut und so werde ich versuchen zu beschreiben, was er aus meiner Sicht sein könnte. Wie gesagt ich kenne mich da nicht wirklich aus, jedoch verspüre ich eine Art Präsenz oder auch Gefühl in meinem Kopf, Geist, Verstand...ist auch egal, das sich nicht wirklich beschreiben lässt. Jene Empfindung hat mich zum einen Wohl hier hergeführt, zum anderen aber und das ist viel wichtiger, im Umgang mit meinen Kräften geleitet. Ich sage geleitet weil erklärt hat es mir nie etwas, ich bekam keine Wort von ihm, nie hat es überhaupt zu mir gesprochen, aber wenn ich etwas richtiges oder aber auch falsches getan habe, beim wirken mit dem Wind, habe ich es von ihr gespürt. Allerdings war dieses Gefühl nicht immer da, nicht von Anfang an. Erst nach unzähligen Malen, bemerkte ich es. Zunächst unscheinbar und kaum merklich, verstärkte sich das Gefühl langsam und mit dem stetigen wachsen meiner Kräfte. Dabei war es vorgekommen, dass mein Handeln mich fast umgebracht hätte. Etwa wenn ich versuchte ein Kluft in den Bergen mit einem Sprung zu überwinden, oder eine Steilwand erklimmen wollte, ohne meine Hände zu benutzen. Ich würde also sagen das diese Erscheinungen eine Verkörperung dieses Gefühles sein könnte, welches wiederum wohl ein Teil von uns zu sein scheint der nur langsam erwacht, oder aber, wie in eurem Fall, vielleicht auch in größter Not, hervor bricht. Es ist nur eine Vermutung ich habe dafür keine Beweise."
    Sadrugh schwieg nun eine Weile ehe ihm wieder etwas einfiel
    "Jene Frau, welche der König Kaya nannte glaube ich, erzählte mir, als ich ihr allein im Wald begegnete, etwas von Drachen die einst einer Göttin gehorchten. Die Geschichte ergab dort für mich keinen Sinn, doch nun wo ich diese Dinge während unseres Kampfes sah..." Sadrugh verstummte und schaute zu Fenia hinunter.
    "Könnt ihr mir vielleicht mehr über diese Dinge mit der Göttin erzählen, vielleicht hängt es ja mit dem Steinernen zusammen?"

  6. #501
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    Seine Schwester hatte nicht nur Hunger, sie war fix und fertig, nicht nur von der Schlacht in dieser Nacht. Isenhorn selbst wusste ja nicht, wieviel sie hatte mitmachen müssen, bis zu diesem Punkt aber so wie er Kaja einschätzte – und wie sie aussah – war es jede Menge gewesen. So wie sie sich gab, hat sie sich wohl kaum aus irgendetwas raushalten können, etwas, worüber der König nur den Kopf schütteln konnte. Es war wohl ein Wunder, das sie noch lebte, wobei er das sicher auch Fenia schieben konnte, zumindest zum Großteil.
    Er war ohne seine Schwester losgezogen, kaum, dass sie im Zelt lag. Sie war viel zu erschöpft und würde erstmal Ruhe brauchen. Allerdings machte sich der König nun auch Sorgen um Fenia, denn wenn es seiner Schwester schon so mies ging, wie war dann erst der Zustand der trauernden Heiligen? Gut, Fenia war nicht gerade bekannt dafür, sich gehen zu lassen, aber solche Strapazen hatten mit Sicherheit auch an ihren Reserven gezerrt. Mit einer Handvoll Männer machte er sich daher auf den Weg, zumal er glaubte, seine Schwester würde ihm nur ein Vortrag halten, wenn er einfach hier warten würde, bis sie wieder wach geworden wäre. Er beauftragte Crim mit dem Schutz des Lagers und der Sicherheit von Kaja. Nebenbei überwachte sie aber auch den Rückbau des Flüchtlingscamps, damit sie im Morgengrauen aufbrechen konnten. Selbiger war nur noch wenige Stunden entfernt.

    Mitten im Wald, nach einigen Stunden des Marschierens blieb Isenhorn plötzlich stehen. Er spürte etwas, was er nicht deuten konnte. Mit jeder Sekunde die verstrich wurde das Gefühl stärker und mächtiger, irgendetwas großes, etwas Gefährliches war am Werk und es war nichts Dämonisches.
    „Euer Hoheit?“, sprach ihn einer seiner Soldaten unsicher an, als sie ihren König wie angewurzelt mitten Im Wald stehen sahen, die Augen geschlossen, mit hochkonzentrierter Mine, so als würde er über irgendwas nachdenken.
    „Ich weiß wo sie ist!“, sagte er auf einmal laut, nachdem er seine Augen geöffnet hatte und dem Ordensritter mit entschlossenem Blick ansah. „Vorwärts!“, sagte er und ging mit zügigen Schritten weiter. Etwas verdutzt folgte ihm die Männer aber. Der Wald um sie herum hatte sich verändert, schon kurz nach ihrem Aufbruch war ihnen das aufgefallen. All die korrumpierten Wesen und Pflanzen, all die dämonischen Wesen interessierten sich nicht für den König, sondern schenkten der Mitte des Waldes ihre Aufmerksamkeit, was es den Soldaten einfacher gemacht hatte, den richtigen Weg zu finden. Nun waren sie verschwunden und man spürte regelrecht, dass der Wald vorerst gereinigt war. Doch für wie lange? Darum wollte und konnte sich der König nicht kümmern und es war ihm auch irgendwo egal, da sich der Zustand schon bald wieder ändern würde. Er wusste lediglich, wer dafür verantwortlich war und dass er jetzt solche Mächte wahrnahm, die alles Vorstellbare übersteigen, ließen seine Sorgen nicht unbedingt verschwinden. Dass es sich um Fenia handelte, das wusste er. Es war ihm einfach klar und es war beeindruckend und zugleich furchteinflößend, was er spürte. Selbst die Erde unter seinen Füssen zitterte und der Wind heulte über ihrer aller Köpfe hinweg, auf eine Art wie es sich niemand erklären konnte. Und mit jedem Meter den sie zurücklegten, wurde es deutlicher. Selbst seine Soldaten spürten es, auch wenn niemand von ihnen irgendwelche magische Fähigkeiten besaß.
    Doch dann plötzlich, nach einer gefühlten Ewigkeit war das alles weg. Für einen kurzen Augenblick herrschte absolute Stille. Das war entweder gut – oder richtig schlecht. Nichts wäre für die Moral der Truppen schlimmer, als Fenia tot aufzufinden, da war es bald besser, sie gar nicht zu finden. Immerhin bestand dann die Möglichkeit, das Fenia noch lebte.

    Leise waren Isenhorn und seine Männer nicht gerade, zumal es sicher war, das man wusste, wo sie sich aufhielten und wohin sie wollten. Umso überraschender war es für den König, als wie aus dem nichts irgendeine Gestallt auftauchte und ihn fast über den Haufen rannte. Isenhorn hielt sich auf den Beinen, sein Gegenüber aber landete auf dem Boden.
    „Was zum….DU?!“

  7. #502
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Fenia schwieg eine Weile, ehe sie dem Tauren antwortete. „Ich werde Dir von der Göttin erzählen, was ich weiss – nicht das ritualisierte Dogma, welches die Bevölkerung zu hören bekommt, sondern die tatsächlich erfassbaren Gegebenheiten, über die wir Bescheid wissen. Ich habe jedoch auch eine Bitte. Genauer gesagt sogar zwei.“ Sie wandte den Kopf nach oben, um ihn anzusehen, was sich jedoch aufgrund ihrer Position als ein fruchtloses Unterfangen heraus stellte. „Wohl am wichtigsten ist, dass ich dich um deine Hilfe bitten würde. Deine Kraft wäre eine große Bereicherung für uns. Jedoch möchte ich dich nicht als Söldner zum Schutz der Leute anwerben, denn darum soll es vorerst nicht gehen. Nein, vielmehr müssen wir – wir, die wir noch Leben und den Dämonen entgegen treten – endlich den Spieß umdrehen, wollen wir nicht in ihrem Ansturm ertrinken wie flügellahme Vögel im Wasser. Doch dazu müssen wir nicht nur wissen, wie wir sie vertreiben können – wir müssen auch wissen, wo sie herkommen und wie wir sie genau daran hindern können!“

    Sie unterbrach ihren Redefluss für einen Hustenanfall, der sie schüttelte, ehe sie nach Luft schnappend wieder fortfuhr. „Zum Zweiten hoffe ich, dass du mir persönlich hilfst. Der Steinerne, der in mir schlummert, hat mich fast umgebracht. Ich werde auf diese Macht nur schwer verzichten können, doch alle Kraft nützt nichts, wenn sie nicht in geordnete Bahnen gelenkt wird, trifft sie doch sonst jemanden, den sie nicht treffen sollte. Vielleicht könnte mich auch jemand der Anderen aufhalten, sollte sie wieder unkontrolliert hervor brechen... aber nur bei dir weiss ich es sicher, dass du dann etwas zu tun vermagst.“

  8. #503
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    "Oh...Pardon" Oboro kicherte, stand aber nicht wieder auf, sondern blieb an einem Baum gelehnt sitzen. Sie hoffte gar nicht erst auf die Höflichkeit Isenhorns, ihr aufzuhelfen. Es war ihr gerade schlicht auch egal. Die Augen halb geschlossen murmelte sie: "Ihr seid zu spät. Wir haben es geschafft. Fenia und Sadrugh....sie sind auch noch am Leben."

    Sie gähnte lange.

    "Die Waldgeister haben es mir gesagt. Mhm....keine Sorge......."
    Ihr Kopf nickte nach unten und sie schlief ein. Einige Waldgeister ließen sich neben ihr nieder. Im Schlaf sprach sie leise Kajas Namen aus. Es war ungewöhnlich für sie geworden, ohne sie einzuschlafen.

  9. #504
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    Noch bevor einer der Soldaten oder gar Isenhorn selbst etwas sagen konnte, war Kaja bereits wieder eingeschlafen. Der Traum den die Prinzessin hatte, war friedlich. So friedlich wie seit Zyklen nicht mehr. Mit einem zufriedenem Lächeln Gesicht träumte sie die verrücktesten Sachen. Plötzlich verschwand die surreale Szenerie und Kaja stand in mitten eines kristallklaren Ozeans. Der frische Meereswind wehte um ihr feuerrotes Haupt, umschmeichelte ihr Gesicht. Bei jedem ihrer Schritte auf der spiegelglatten See teilte sich das Meer in immer größer werdenden Wellen auf. Kaja blickte in den wolkenlosen Himmel und verstand überhaupt nicht was gerade los war, doch eine friedliche Stimme hallte in ihren Ohren was sie wieder beruhigen ließ. Plötzlich drehte sie ihr Haupt zur Seite und vor ihr stand eine weitere Gestalt. Die Prinzessin konnte das Gesicht unter dem Haupt nicht klar erkennen doch aus irgend einem Grund... war ihr jene Person vertraut. "Wer bist du?", fragte Kaja leise, als der Wind stärker um ihre Haare wehte.

  10. #505
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    "Nun wie ich mich entscheide, will ich dir später sagen, doch erzähle mir bitte erst einmal die Sache mit der Göttin."
    Und so hörte Sadrugh ein weiteres Mal die Geschichte von Gaja und ihren Drachen. Fenia berichtete auch von einer Göttin die von Drachen beschützt wurde, welche sich dann später in verschiedene Teile dieser Welt verwandelten. Auch sollte die besagte Göttin wieder erscheinen und sie alle vor einem Unheil bewahren. Die Kirche nehme die Geschichten diesbezüglich nicht sehr ernst. Doch die Ähnlichkeit zur Geschichte die ihm Kaja erzählt hatte, waren nicht von der Hand zu weisen. Auch die Eindrücke und Erinnerungen, welche ihm der Wald geschickt hatte, bevor er ihn entsandte der Füchsin zu helfen, passten zu den beiden Erzählungen. Folglich konnte Sadrugh diesen Teil glauben.
    "Wenn also diese Göttin eines Tages wieder kommen würde, könnte dies auch auf ihre Drachen zu treffen. Da sie sich ja aber anscheinent in Teile dieser Welt verwandelt haben, ist das schwer vorstellbar. Also versuchen sie durch andere Dinge einfluss auf diese Welt zunehmen um ihre Göttin zu beschützen. Sollte das stimmen würde dass vielleicht jene Erscheinungen in unserem Kampf erklären." Doch Sadrugh runzelte die Stirn. So ganz konnte er das nicht glauben, das Er und Fenia jeweils einer dieser Schutzdrachen sein sollte.
    Doch Sadrugh atmete zu nächst einmal tief durch. Einen Moment schwieg er ehe er sich wieder an Fenia wandte.
    "Kommen wir also nun zu deinen Bitten, oder auch Wünschen wie ich sie eher auffasse. Wenn ich jemandem helfe, dann nur dir und das auch nur weil ich gesehen habe das du die Dinge nicht nur im Großen Ganzen siehst, sondern auch die kleinen Dinge die für das Große Ganze notwendig sind. Du hast mir und Oboros geholfen, wo der König blind war und das noch ohne das wir dich darum bitten mussten. Er sieht nicht die kleinen Siege die er eringen muss, um sich seinen großen Wunsch zu erfüllen. Doch eigentlich ist mir das egal. Ich kenne nur das Gesetzt des Stärkeren, wenn die Menschen siegen, dann sind sie die Starken, gut, wenn nicht, werden sie untergehen. In jedem Fall wird die Sonne aufgehen, mit oder ohne sie. Ich begleite euch also, doch fürs erste nur wegen dir, nicht wegen der Menschen und anderen Völker."
    Damit hob der Taure seine Begleiterin wieder auf und schritt mit ihr weiter den Weg zum Lager entlang. Nach einer Weile vernahm der Taure Stimmen im Wind. "Scheinbar ist der König unterwegs um nach dir zu sehen. Mir ist es gleich ob wir ihm begegnen, ich kann auch einfach an ihnen vorbei gehen, oder aber wir schlagen nun eine andere Richtung ein. In Anbetracht deines sich nur langsam bessernden Zustandes, überlasse ich dir ob wir auf ihn treffen wollen."

  11. #506
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    „Ich danke Dir.“ meinte Fenia, als Sardrugh ihr seine Hilfe versicherte. „Es ist wahrlich ein Glücksfall, dass ich dich getroffen habe.“ Sie liess einen Seufzer fahren. „Aber wie es scheint, sollte ich mich erst einmal um das naheliegendeste Problem kümmern. Aber ich werde den Truppen schon Vernunft einbläuen, sollten sie versuchen, etwas unüberlegtes zu tun. Sie fürchten mich zu sehr, als das sie mir widersprechen würden.“ Der Taure legte den Kopf bei ihrer Wortwahl etwas schief – eigentlich sollte man erwarten, dass die korrekte Phrase mit 'respekt' formuliert werden würde anstatt mit 'Furcht', auch wenn letzteres definitiv zu ihr und vor Allem der dunklen Klinge, die sie führte, passen sollte. „Auch wenn ich mich am liebsten direkt in meine Unterkunft begeben würde, um etwas zur Ruhe zu kommen, sollten wir zuvor den König und seine Getreuen aufsuchen. Er wird sich bestimmt Sorgen machen.“

    Als sie kurz darauf wieder in ein tiefes Schweigen verfiel, wirbelten ihre Gedanken ob der jüngsten Geschehnisse wild wie Blätter im Winde umher. Die Erlebnisse des heutigen Tages hatte sie noch nicht vollständig verarbeitet. Mehr denn je bestand die Notwendigkeit, sich der dämonischen Plage anzunehmen, die sie sonst alle zu vernichten drohte. Und selbst wenn sie in der direkten Konfrontation noch einige Zeit durchhalten konnten, würde das alleine nicht reichen. Sie mussten die Situation ändern, denn bliebe diese in ihrem aktuellen Zustand bestehen, würde das Ganze unvermeidlich den Sieg der Dämonen mit sich bringen. Aber noch hatten sie die Stärke, um die Situation zu bessern – womöglich mehr als gedacht, denn sie hatte nichts davon geahnt, welche Kraft in ihr schlummerte, geschweige denn, dass etwas ähnliches auch in anderen zu finden war.

    Als der Taure inne hielt, öffnete sie ihre Augen, um sich Isenhorn und etlichen Soldaten gegenüber zu sehen. Diese sahen kurz verwirrt drein, wohl ob ihres plötzlichen Auftauchens, doch in den Mienen der Menschen machte sich gleich darauf stählerne Entschlossenheit breit. Fenia schaltete schnell. Sie nahm all ihre Kraft zusammen, richtete sich auf und glitt vom Arm des Tauren hinab, um mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen. „Eure königliche Hoheit, ich freue mich, Euch einen Erfolg berichten zu können. Der Wald ist gereinigt, die dämonischen Kräfte vorerst bezwungen. Wir haben nun die Zeit und Mittel, den kommenden Marsch gebührend vorzubereiten.“ Sie wandte den Blick den Soldaten zu, die aufgrund ihres Auftretens zwar nicht weiter Anstalten machten, den Tauren anzugehen, den sie mit kritischen Blicken maßen, liessen jedoch auch nicht in ihrer Wachsamkeit nach. „Dies ist der Minotaurus Sardrugh. Er hat sich bereit erklärt, mich bei einem Vorhaben von äusserster Priorität zu unterstützen. Erweist ihm allen Respekt, denn er ist aufgrund meines Willens hier. Eine Beleidigung ihm gegenüber ist eine Beleidigung mir gegenüber.“ Das brachte die Soldaten endlich dazu, ihre Waffen zu senken, und zwar so hastig, dass einige sie fast aus den Händen verloren hätten. Vielleicht war es nur der Anblick der verwundeten, blutüberströmten Heiligen, die dennoch so wirkte, als könne sie einen Halswirbel wie einen dünnen Stock zerbrechen; vielleicht war es auch einfach der Respekt oder auch die Furcht vor ihr im Allgemeinen, die dafür sorgte. Oder, was mit am wahrscheinlichsten war, sahen sie alle, wie Karyptius' Schatten bei ihren letzten Worten größer zu werden schien, während die Eiseskälte seiner Gegenwart allen Anwesenden in die Knochen fuhr.

  12. #507
    Händler Avatar von Constantine
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    Langsam wich der Gruß der morgendlichen Sonne den nächtlichen Stunden. Irgendwann in den frühen Morgenstunden öffnete Prinzessin Kaja ihre azurblauen Augen. Wirkte vollkommen verschlafen. Ihr Blick wanderte durch jenes Zelt, dass ihr überlassen wurde. Das Haupt war derweil so tief unter der Bettdecke vergraben, dass man meinen konnte sie spiele verstecken. Es brauchte eine Weile bis sie sich entschloss aus dem bequemen Schlafplatz hervor zu kriechen. Man hatte ihr derweil eine Kleinigkeit zu Essen gebracht. Es war nicht viel doch sofort meldete sich ihr Magen zur Wort. Ein erleichterter Blick war erkennbar und sofort langte Kaja nach der Köstlichkeit. Binnen weniger Augenblicke war die Mahlzeit verputzt ein Soldat, der gerade nach dem Rechten sah, staunte nicht schlecht, "meine Königin?", Kaja verschluckte leicht bei dem Ausdruck. Bemerkte erst jetzt, dass ihr Gesicht leicht verschmiert war. Nach dem sie sich erfrischt hatte, war Kaja bereit dem neuen Tag entgegen zu treten. Der Traum den sie hatte, war merkwürdig und doch schien ihre Erinnerung getrübt. Doch all das sollte nicht wichtig sein. Ihre Aufgabe war klar, gestärkt mit frischem Geist wollte sie zu ihren Gefährten. Der Soldat führte die Prinzessin zu einem Aufruhr in der Nähe des Zeltplatzes. Ihre Augen fanden schließlich den Grund für all das Chaos, der Minotaure trug Fenia, die vollkommen blutverschmiert war auf seinen Armen.

    Wie immer wirkte die Heilige angsteinflößend doch Kaja glaubte zu wissen wie es wirklich um sie stand. "Ihr habt euch Zeit gelassen", erwidert sie den beiden, dabei wanderten ihre kristallklaren Augen an den beiden vorbei. Blickten in die Ferne und erkannten, dass langsam wieder Leben in dem Wald gehaucht wurde. Ein freundliches Lächeln zeichnete ihre Lippen. "Habt ihr Oboro gesehen?", fragte Kaja die beiden plötzlich. So langsam machte sich die Prinzessin sorgen. "Ich möchte sie suchen sie ist sicher erschöpft und könnte was zu Essen vertragen".

  13. #508
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    König Isenhorn verschlug es ein wenig die Sprache, das diese Oboro einfach hier so einschlief und offensichtlich seine Sorge um Fenia nicht teilte. Ihr gehe es gut, meinte sie wohl, doch Isenhorn überzeugte das Ganze nicht wirklich. Es schob es auf die Erschöpfung, das Oboro hier mitten im Wald so plötzlich einschlief, das gleiche hatte er ja vor wenigen Stunden auch bei seiner Schwester erlebt. Er war sich sicher, das auch Fenia nicht sonderlich erholt sein konnte. Immerhin waren sie ständig unterwegs gewesen und er glaubte, das die drei dabei nie wirkliche Ruhe gefunden hatten. Doch viel weiter kamen die Soldaten auch nicht. Soeben wollte Isenhorn einen seiner Männer anweisen, das Oboro zurück ins Lager gebracht werden sollte, da tauchte der Taure auf mitsamt Fenia. Sofort zückten die Soldaten ihre Schwerter, bevor der König auch nur irgendwas sagen konnte. Als er die trauernde Heilige genauer betrachtete, verschlug es ihm fast die Sprache und er verfluchte sich selbst dafür, dass er sie hatte gehen lassen. Sie sah alles andere als gut aus. Als er sich gefasst hatte, sprach bereits Fenia, die sich wieder auf ihren eigenen Beinen befand.

    Ihre Erscheinung war wie immer sehr Ehrfurchterregend, den Respekt den Isenhorn vor ihr hatte wuchs noch ein kleines Stück weiter, nach diesem Auftreten, denn ein andere wäre dazu sicher nicht mehr in der Lage gewesen. Als sie geendet hatte, ergriff Isenhorn selbst das Wort.
    „Es freut mich, dass ihr Wohlauf seid.“ Auch wenn er das selbst nicht so recht glaubte und sah, dass sie dringend Ruhe brauchte. Mehr als jeder andere. „Nun gut, wollen wir keine Zeit verlieren und kehren zurück zum Lager. Wir werden später über die Geschehnisse reden, denn es gibt eine Menge zu reden. Und vielleicht sind denn auch endlich mal alle so vernünftig, und hören mir zu.“, sprach Isenhorn in Richtung der beiden. Innerlich war er einfach nur heil froh darüber, das Fenia noch lebte und sich soweit auf den Beinen halten konnte, dass niemand wirklich sah, wie es um ihr bestellt war. Isenhorn selbst kannte das ja nur erraten, war sich aber sicher, dass es nicht so gut aussah, wie sie es aussehen lassen wollte. Doch konnte er ihr ja schlecht vor Freude um den Hals fallen, er musste in seiner Position ein wenig darauf achten, was er tat. Das schlimmste wäre, den Respekt seiner Männer zu verlieren, und wer wusste schon, was sie davon halten würden, wenn er wie ein Kind reagieren würde.
    Bevor sie aber losmarschierten, deutete der König noch auf Oboro, die immer noch Seelenruhig an einem Baum lehnend schlief. „Wenn es euch nichts ausmacht, könntet ihr sie tragen?“, sprach er zu Sardrugh, der bisher nur schnaufend danebenstand und sich das alles angesehen hatte. Erst jetzt schienen die beiden auch die Magierin zu bemerken.

    Einige Stunden später kamen sie wieder im Lager an und sofort verursachte das einen kleinen Tumult. Es dauerte nicht sehr lange, und seine Schwester tauchte auf, die nun auch etwas erholter aussah als noch vor einigen Stunden. „Oboro geht’s gut.“, meinte er und deutete auf Sardrugh, der sie auf dem Rücken trug. „Bringt sie in mein Zelt.“, Befahl er den Soldaten, die sich sofort daranmachten, die Kitsune behutsam vom Minotauren zu hieven. „Ihr auch, Fenia. Ich denke, dort habt ihr vorerst am meisten Ruhe um euch ein wenig zu erholen. Und keine wiederrede.“, sagte er sofort, da er sich denken konnte, dass es ihr wichtiger war, den Schein zu wahren, als sich einfach irgendwo hin zu legen.
    Das Lager selbst war bereits soweit vorbereitet, das binnen weniger Minuten alle aufbrechen konnten. Crim hatte hier ganze Arbeit geleistet, nur war sie wohl grad anderswo beschäftigt, denn Isenhorn sah seinen Hauptmann nicht. Dann wandte er sich wieder Kaja zu. „Du siehst gut aus, Schwester. Es ist erleichternd zu sehen, das du dich ein wenig erholen konntest. Aber ich möchte etwas mit dir bereden, wenn es dir recht ist. Am besten in meinem Zelt.“ Er gab einem Soldaten den Befehl, nach Crim zu suchen und sie ebenso in sein Zelt kommen zu lassen. Er wollte, das sie endlich alle an einem Strang zogen und nicht jeder sein Süppchen kochte, wie es bei dieser Aktion der Fall gewesen war.

  14. #509
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    Erleichtert stellte Kaja fest, dass es ihrer Gefährtin gut ging. Die Kitsune schlief friedlich. Einer der Soldaten trug diese behutsam in Isenhorn sein Zelt. Ihr Blick ruhte lange Zeit auf der Heiligen sowie deren geschundenen Körper. Sie würde noch mal ein ernstes Wort mit ihr reden. Isenhorn's Unterton ignorierend, folgte die Prinzessin dem König. Als dann auch Crim gefunden war, waren alle Anwesenden versammelt. "Mein Wohl ist nicht wichtig, wichtig ist es, dass den anderen an nichts fehlt", meinte Kaja auf des Königs vorherige Bemerkung dankte ihm aber für seine Anteilnahme mit einem freundlichen Lächeln. Mit einer fließenden Handbewegung erschuf die Prinzessin einen Sitz aus purem Eis. Eine Angewohnheit, die sie in den vergangenen Jahren hatte aufkommen lassen. Es wirkte eher wie ein Thron der von einem Herrscher besetzt wurde, die Beine überschlagen, sah sie ihrem Bruder mit unergründlicher Ruhe in ihrem Blick in seine Augen. Der Rest setzte sich ebenfalls auf die von Kaja erschaffenen Sitzgelegenheiten. "Was gibt es so dringendes zu besprechen, wenn ich mich recht entsinne, meintest du noch vor wenigen Stunden, dass wir uns nicht in eure Angelegenheit einmischen sollten?", Kaja wollte ihren Bruder etwas necken und wartete geduldig auf seine Antwort.

  15. #510
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    Nachdem der König, Fenia und der Rest in das Zelt des Monarchen gegangen waren, blieb Sadrugh zunächst draußen sitzen. Das Zelt war für ihn schlicht zu klein, auch wenn es nach Maßstäben der Menschen groß war. So lauschte er eine kurze Zeit den Worten der Leute darin, ehe er sich erhob und weiter ging.
    "Wollt ihr denn nicht der Versammlung bei wohnen?" stellte einer der Soldaten ihm die Frage. "Es ist unsinnig zu warten, wo doch Fenia mir dies alles später auch erzählen kann."
    Damit wandt er sich zum Lager um und ging weiter. Sadrugh bemerkte wie einer der Soldaten ihm hinterher geschickt wurde, doch das störte ihn nicht. Wahrscheinlich taten die Menschen dies, damit unter ihres Gleichen keine Panik ausbrach, wenn er durch das Lager schritt. Tatsächlich jedoch, schenkten ihm die Bewohner des Lagers weniger Beachtung, als er gedacht hatte. Zu sehr schienen sie mit ihren eigenen Problemen und Nöten beschäftigt. Es war zwar kein Bild des Elends, doch wirkliche Hoffnung auf ein besseres Leben sah anders aus. Allen war die Erschöpfung und die Strapazen anzusehen. Unterkünfte gab es kaum, jedenfalls gab es kaum etwas das Sadrugh so nennen würde. Auch brandten kaum Feuer und sonderlich viel zu essen war auch nicht vorhanden.
    "Wird man in euren Städten so faul, das man nicht einmal mehr die einfachsten Sachen für ein Leben in der Natur weiß?"
    Die Frage war an den Soldaten gerichtet, der dem Minotauren in einigem Abstand folgte. Zunächst schien dieser nicht sofort zubegreifen dass er gemeint war, doch als Sadrugh sich zu ihm umdrehte antwortete er
    "Nun faul oder dergleichen, würde ich es nicht nennen, eher ist es so, dass wir dieses Wissen, in der Stadt nicht gebraucht haben. Man bezahlte in der Regel Leute dafür das sie einem das Heim bauten, oder aber man bezahlte dafür um darin wohnen zu dürfen wenn ein anderes leer war. Sein Heim selbst zubauen...das mussten nur die wenigsten und daher weiß auch kaum jemand wie das geht." Der Soldat blickte zu den Menschen hinüber und man konnte ihm ansehen das er sich nichts mehr wünschte als das es diesen Leuten wieder besser ginge. "Allerdings war es zu Beginn unser Flucht noch viel schlimmer, mittlerweile haben sich die Überlebenden an dieses Leben gewöhnt."
    Sadrugh schüttelte über diese Sache nur den Kopf. Für ihn war es nicht nachvoll ziehbar wie man so leben konnte. Zeit seines Lebens kannte er es nicht anders, als für sich selbst zu sorgen. Ihm waren die Probleme des Stadtlebens nicht bekannt und so verstand er nicht wie die Leute einfach so verharrten. Wer sich so seinem Schicksal ergab, den lies die Natur nicht lange am Leben. Neben den Problemen der Stadt, waren aber auch die Probleme eines solch großen Lagers, fremd für den Minotauren. Er hatte nie mit anderen zusammen genächtigt, war immer allein gewesen. Was er zuessen und zutrinken gebraucht hatte, konnte er sich immer besorgen. Das er das ganze auch für jemand andern tun müsste, daran hatte er nie auch nur einen Gedanken verschwendet. Selbst wenn er sich verletzte, hatte er sich darum selber kümmern müssen.
    Nachdem er alles gesehen hatte kam er zum Zelt des Königs zurück, setzte sich nieder und wartete auf das Ende der Versammlung. In der Zwischenzeit versuchte er sich vorzustellen wie das Leben in einer Stadt so sein könnte.

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