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  1. #601
    Händler Avatar von Constantine
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    "..." Gaija stemmte ihr rechtes Bein nach rechts. Die Erde brach auseinander. Crim wusste erst nicht genau was los war, drehte der Hauptmann ihr Haupt zu den Flüchtlingen doch keiner schien das Geschehen bemerkt zu haben. "Hier wird uns niemand stören.. weder Dämonen, noch Menschen". "Nur ein Drache kann diesen Raum betreten". "Ein Drache?", wiederholte Crim verdutzt. Aus dem Boden ragte plötzlich ein sargähnliches Gebilde heraus. Dessen Kammer öffnete knarrend. Ein Konstrukt geformt aus Eis und Erde ragte dem Hauptmann entgegen. Gaja nahm dieses in ihre Hand, das Eis schmolz binnen weniger Sekunden zwischen ihren Fingern. Der kristallklare Stahl fesselte förmlich Crim's Blick. Gaja schwang in elegantem Zug das Schwert um es senkrecht in den Boden zu rammen. Dabei wurden Gesteinsbrocken aus der Erde herausgebrochen. Flogen senkrecht den Himmel empor. Sie blies ihren eisigen Atem gegen das Gestein welches sofort gefror. Dann vor ihrer Augen abplatzte und ein kreisrunder Schild das Antlitz dieser Welt erblickte. Sofort griffen ihre übrigen Finger nach der in Kristall verarbeiteten Innenseite. Ein eisiger Aufwind fegte über ihre Häupter hinweg. Jeder normalsterbliche würde in dieser Atmosphäre kaum atmen können. "Ihr bat mich darum euch eure Waffen zu geben Hauptmann". "Doch statt dessen zeige ich euch die höchste Kunst der Kampfkunst". "Ihr seid nicht gebunden an solcherlei Spielzeug..", Gaja's Augen nahmen einen gefährlichen Glanz an den der Hauptmann noch nie zuvor gesehen hatte. Der Boden unter ihnen gefror während die Temperatur unerträglich kalt wurde. "Also Hauptmann.. ihr steht nun vor der Wahl.. wollt ihr diese Waffen euer eigen nennen?". Gaja ging demonstrativ in eine für den Hauptmann noch nie gesehene Kampfposition, sie wirbelte den Schild zwischen ihren Fingern. Was Crim nicht sah, war das an dem Griff eine Kette befestigt war. Der Schild wurde zum rotierenden Geschoss. Von Gaja ging eine erdrückende Kampfeslust aus. "Feuer gegen Eis", "ich weiche von meiner Position nicht zurück". "Zeigt mir wozu der Drache des Feuers in der Lage ist". Eine goldene Aura umgab nun ihren Körper. Es knisterte in der Luft, elektrische Ladungen wurden freigesetzt. Das atmen wurde immer unerträglicher für Crim.

  2. #602
    Bürger Avatar von Auren
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    Gaia wollte einen Kampf? Crim wusste zwar, dass Gaia mächtiger und stärker war als sie, aber wie groß war der Erfahrungsschatz der Mutter auf dem Schlachtfeld?
    Um dies heraus zu finden, bräuchte Crim Zeit, aber ihr Gegner machte ernst. Also gab es keine Zurückhaltung von ihrer Seite.
    „Dies wird mein König nicht gefallen.“ Darauf zog der Hauptmann ihr Schwert. Kurz danach schloss Crim ihre Augen. Ihre Haare begannen darauf zu Leuchten, wie damals beim Kampf gegen die Riesenechse. „Ich werde all meine Kraft einsetzen.“ Kündigte der Hauptmann an. Auch mit dem wissen, dass sie diesen Zustand nicht lange halten kann. Ihr fehlte einfach die Erfahrung mit dem Umgang von Magie.

  3. #603
    Händler Avatar von Constantine
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    Gaia beobachtete Crim's Reaktion. Das Lächeln in ihrem Gesicht wurde breiter, freudiger. Die eisige Luft um sie herum erhitzte stark, was dazu führte, dass Funken in der Luft einschlugen. Was Crim nicht wusste, dass ihr Gegenüber sofort erkannte, was der Hauptmann im Schilde führte. "Ob König oder nicht spielt keine Rolle, dass Feuer lässt sich von niemanden befehligen", rief Gaia ihr entgegen. Mit brachialer Wucht flog der rotierende Schild Crim entgegen. Das rotierende Kristall schnitt während des Fluges in den Erdboden hinein und hinterließ eine Schneise der Verwüstung dennoch verlor es nicht an Kraft.

  4. #604
    Bürger Avatar von Auren
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    Crim hatte nicht viel Zeit diesen Schild abzuwehren. Da diese Waffe relativ unbekannt war, versuchte sie mit dem Schwert diesen Angriff abzuwehren. Jedoch war der Hauptmann so schlau und wählte einen Winkel, um das Geschoss nur abzulenken. Was auch ziemlich gut funktionierte. Gaia würde Zeit brauchen um einen weiten Angriff mit dieser Waffe starten zu können und diese Gelegenheit wollte der Hauptmann ihr nicht bieten. Also entschied sich Crim für einen Frontal angriff. Je schneller dieser Kampf zu ende ging, desto besser war es für sie.
    Aber Gaia machte nicht den Eindruck als würde sie diesen Kampf verlieren. Auch wenn nur noch wenige Zentimeter von der Schwertspitze bis zu ihrer Kehle fehlten. „Dieser Schild besitzt einen großen Nachteil und deswegen werdet ihr verlieren.“

  5. #605
    Händler Avatar von Constantine
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    Gaja's Augen blitzten kurzzeitig auf. "Wer sagt, dass ich im Nachteil bin Hauptmann". Crim's Klinge kam dem Hals Gaia's ziemlich nahe doch noch bevor diese das Fleisch ihrer Haut berührte, blockte sie mit dem flachen Handrücken die todbringende Klinge ab, so dass ihr Gegner ins Leere lief. Mit verdutzten Augen sah der Hauptmann auf Gaja's Führungshand. Sofort zog sie an der Kette des Schildes der in blitzschneller Bewegung eine Drehung vollführte und direkt auf Crim heran flog. Gleichzeitig trat Gaja's Fuß auf Crim's Ferse, so dass der Hauptmann das Gleichgewicht verlor. "Lasst die Spielchen Hauptmann erwacht zu eurer vollen Stärke warum zögert ihr?". Der Schild in des landete wieder sicher in ihrer Führungshand. Jedoch durch die Wucht wurde Gaja leicht nach hinten gedrückt und trennte sich einige Meter von dem Hauptmann. "..." Gaja blieb weiterhin wachsam und wartete auf den nächsten Zug ihres Gegners.

  6. #606
    Bürger Avatar von Auren
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    Da wurde der Hauptmann mächtig überrumpelt. „Tzzz das war wohl nichts mit einem schnellen Sieg.“ Crim erkannte die Kraft, welche im Schild verborgen war. Daher war es nicht ratsam auf Distanz zu bleiben und ein Frontalangriff würde ebenfalls nichts bringen. Eigentlich wollte der Hauptmann sparsam mit ihrer magischen Energie sein, aber dieses Duell würde wohl all ihre Kraft aufbrauchen. „Dann sei es so. Ohne Rücksicht auf Verluste.“
    Damit sie einen Vorteil gewinnen konnte, nutze Crim ihre Kraft und ließ das Eis rasch schmelzen. So schnell das es schlagartig verdampfte und Gaia die Sicht nahm. Zwar war Crim ebenfalls blind, aber mit dem Schwert war sie doch etwas im Vorteil als Gaia mit ihrer Wurfwaffe.
    Erneut attackierte der Hauptmann ihren Gegner. Diesmal schleuderte Crim einen Feuerball Gaia entgegen. Eine Technik die sie nicht ganz beherrschte, aber dies diente nur zur Ablenkung. Eine weitere sollte noch folgen und plötzlich war sie Hinter Gaia. Diesmal war die Klinge ihres Schwertes nicht auf ihren Gegner gerichtet. Nein, diesmal war es ihre Faust, in Feuer gehüllt und das Ziel war nicht der Kopf, sondern den Schwertarm der Mutter Gaia um sie damit Bewegungsunfähig zu machen.
    Danach sollte das Schwert folgen, rot glühend, damit Gaia kurzfristig die Sicht auf die Waffe genommen wird. Natürlich hoffte Crim auf einen Treffer mit der Klinge, welche Gaia etwas schwächen sollte. Zumindest sollten ihre Hände diesen Angriff nicht abwehren können.

  7. #607
    Händler Avatar von Constantine
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    Der Hauptmann nahm ihr das Sichtfeld. Ein Umstand den ihre Vorfreude noch ein wenig verstärkte, das Lächeln nahm auf ihren Wangen nicht ab. Im Gegenteil. Dem ersten Feuerball wich sie mit einer leichten Drehung zur Seite aus. Dann folgte auch schon der Zweite und urplötzlich tauchte Crim hinter ihr auf. Gaja's Körper umgab ein goldner Schein, der Boden unter ihrer beider Füße sackte zu einem Krater herab. In einem lauten Schrei fegte eine gewaltige Druckwelle über den angreifenden Hauptmann sowie das herannahende Geschoss hinweg und sprengte den Boden weiter auf. Crim musste daher zurückweichen um von der brachialen Gewalt nicht zerfetzt zu werden. Nach dem sich der Staub legte drehte Gaja ihren Körper um, um in das überraschte Gesicht ihres Gegenübers blicken zu können. "Warum so überrascht Hauptmann?". "Was glaubt ihr gegen wen ihr hier gerade antretet?", erneut entfachte ihre Kampfeslust. "Wart ihr bei dem Kampf gegen Dämonen auch so zurückhaltend, habt deshalb womöglich eure Stellung aufgeben müssen?". "Wenn ihr mit eurem Element kämpft, seid ganz bei der Sache lasst euch von der Energie leiten", "formt eure Angriffe nach eurem Willen". Gaja stampfte ihren rechten Fuß gen Boden. Zwei Felsbrocken wurden dabei herausgebrochen und blieben in der Luft stehen, dann kickte sie erst den einen, dann den zweiten in Richtung des am Boden liegenden Hauptmannes.

  8. #608
    Bürger Avatar von Auren
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    Ja Crim war überrascht, dass ihr Angriff mit Leichtigkeit blockiert wurde. Nun lag sie am Boden. Sehr ungünstig in diesem Zeitpunkt. Der Grund war Gaia und ihre zwei Felsen.
    Trotz der ungünstigen Lage, gab der Hauptmann nicht auf.
    „Ich habe nie zuvor gegen so einen mächtigen Gegner gekämpft. Außerdem bin ich kein Magier. Daher fällt es mir schwer unter diesen Umständen zu kämpfen, geschweige überhaupt solange die Magie aufrecht halten zu können.“
    Gaia nichts ahnend, vorbereitete Crim ein weiteres Ablenkungsmanöver.
    Sie warf der Mutter einfach Dreck ins Gesicht. Nur damit der Hauptmann rasch aufstehen und etwas Abstand vor den Felsen gewinnen konnte.
    „Außerdem hattet ihr behauptet, dass ihr nur Eismagie verwendet. Felsen sind weit davon entfernt.“
    Crim war von Anfang an im Nachteil, dass wusste sie, aber der Kräfteunterschied war einfach viel zu groß.
    Sie hatte diesmal nur noch eine Chance Gaia etwas entgegen zu setzen. Indem sie wirklich alles gab. Ihr Schwert hüllte sie in Feuer ein. Ein weiteres Schwert, welches nur aus diesem Element bestand, rief sie in der anderen Hand herbei. Mehr war sie Momentan nicht Fähig dazu.
    „Alles oder nichts.“ Dann ging es recht schnell. Zwei Feuersäulen bildeten sich und rassten auf Gaia zu, gefolgt von zwei weiteren, aber diesmal hinter der Mutter. Crim suchte Deckung hinter einer dieser Säulen. Nur um auf eine gute Gelegenheit zu warten. Wobei sie nicht allzu lange warten wollte. Einen Hagel aus mehreren Feuerbällen, bildeten sich über Gaia. Sie sollten diesmal nicht nur zur Ablenkung dienen. Nein diesmal sollte die Mutter wirklich gegrillt werden und der finale Angriff mit den Schwertern soll ihr den Rest geben.

  9. #609
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    Ihre Augen waren umhüllt von Schlamm, so dass das Sichtfeld genommen wurde. Sofort ging sie in eine Verteidigungsposition über. Ihre Ohren lauschten jeglichen Bewegungen. Der Aufprall des Gesteins folgte. Gaja nahm noch wahr wie Crim plötzlich verschwand und eine enorme Hitzeentwicklung spürbar war. Ihr Haupt drehte sich in sämtliche Richtungen um die Entfernung abzuschätzen. Feuer. Feuer in seiner reinsten Form wurde von der Kriegerin erschaffen, was ihr ein weiteres Lächeln ins Gesicht trieb. "So ist es richtig", "Hauptmann". Die Säulen rasten Gaja gefährlich nah. "Merkt euch dieses Gefühl", "merkt euch diese Übung gut.. Hauptmann".

    Ihre Arme ausstreckend, begann der Boden unter ihren Füßen zu beben. Risse wanderten bis hin an Crim heran, brachen das Erdreich erneut auf. Goldene Blitze zuckten aus sämtlichen Poren ihrer schneeweißen Haut, knisterten unangenehm in den Ohren. Ein gewaltiges Konstrukt aus purem Eis brach aus dem Nichts hervor und schloss das tosende Feuer wie eine Flutwelle ein. Crim wollte gerade ihren Überraschungsangriff starten, als die Feuerbälle von oben auf die Mutter einhämmerten doch dann tauchte diese auf einmal vor dem verblüfften Hauptmann auf. Den Knauf des kristallklaren Schwertes in ihren Händen haltend, wehten ihre feuerroten Haare im Wind während hinter ihnen das Inferno verebbte. "Seht ihr wozu ihr im Stande seid, Hauptmann?". "Ist euch eigentlich klar, warum ihr das könnt, was ihr könnt?". Schließlich schob sie die tödliche Klinge in die Schwertscheide und ließ das Kristall kurz einrasten. In einer fließenden Bewegung band Gaja die Stahlkette von ihrem Arm ab und stellte den schweren Schild vor Crim ab, woraufhin der Boden einsackte. "Tatsächlich habe ich gegen euch nur meine Eismagie eingesetzt, zu vor trat ich mit rein meiner eigenen Körperkraft gegen euch", erklärte Gaja ruhig. "Deswegen war es mir möglich die Felsen aus der Erde zu reißen". Sie spannte ihren linken Arm an und rammte diesen in das Erdreich nur um ein größeres Stück herauszubrechen und es Crim vor ihre Augen zu halten. "Seht ihr", "keine Magie bloße Kraft". "Wenn ihr richtig lernt mit eurer Magie umzugehen, schafft ihr das selbe Resultat". "Ich biete euch dieses Schwert und diesen Schild, als treuen Begleiter an". Das Stück Erde zerbröselte unter ihren Händen. "Wenn ihr es schafft diese Klinge zu beherrschen, nennt sie euer eigen".

  10. #610
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    Zu der großen Überraschung war es keine Falle, wie der König vermutet hatte. Er fand das seltsam, denn so eine Möglichkeit hätte er sich an der Stelle der Dämonen nicht entgehen lassen, oder aber es gab etwas, was sie davon abhielt, über sie alle her zu fallen und die letzten, kläglichen Reste, abzuschlachten. Die Menschen standen eh schon an der Schwelle der totalen Vernichtung, so wie es einige der wenigen Gelehrten ihm vorrechneten. Jeder Verlust tat daher besonders weh und im Grunde war jeder Tote Mensch ein Nagel am Sarg der gesamten Menschheit, doch dies behielt er tunlichst für sich und verbat auch den Gelehrten, darüber auch nur ein sterbens Wörtchen zu verlieren. Wie es bei anderen Völkern aussah, konnte er nicht sagen, aber es würde ihn nicht wundern, wenn diese in einer ganz ähnlichen Situation wären.
    Doch es kam ja anders.

    Zur Abwechslung war er es diesmal nicht, der seiner Schwester verbat, irgendwo hin zu gehen. Auch wenn irgendeine andere ‚Präsenz‘ in ihr gefahren zu sein schien. Er machte sich eh schon genug Sorgen, denn Kaja schien außergewöhnlich schwach zu sein, krank oder was auch immer. In der Zeit in der sie zusammen zur Stadt gereist waren, brach sie öfters mal zusammen, besonders wenn der Weg mal nicht einfach war. Fast jeder Kampf war für seine Schwester eine Hürde, die sie fast nie schaffte zu überwinden, ohne immense Kraftanstrengungen an den Tag zu legen. Ihre Reserven, wo auch immer sie diese noch hernahm, waren sicherlich so gut wie aufgebraucht. Zum einen machte er sich Sorgen, zum anderen machte es ihn auch wütend, da seine Schwester ja stets das Gegenteil behauptet, obwohl es inzwischen offensichtlich ist, dass sie alles andere als bei voller Gesundheit ist. Diese Gedanken beschäftigten ihn, während der kurzen Reise zu eben jenem Ort, der lichterloh in Flammen stand und dessen Hitze er schon von weitem spürte.

    Isenhorn hatte noch nie einen Drachen leibhaftig erblickt und gesehen, zu was sie fähig waren. Die Bilder wurden der imposanten Gestallt – wogegen sogar Sadrugh klein und schwächlich wirkte – nicht Gerecht und die Erzählungen über ihre Fähigkeiten schienen nur die Hälfte erzählt zu haben. Doch gegen was er kämpfen musste, ließ den Zorn in Isenhorn anschwellen. Der Taure begann daraufhin, irgendetwas, mit seiner Magie zu machen, und bevor Isenhorn sich versah, hatte sich um sie herum ein stattliches Gewitter gebildet, dessen zerstörerische Kraft schier unermesslich war und nur darauf wartete, entfesselt zu werden.
    Doch die Aufforderung, dass er nun diese Blitze kontrolliert den Dämonen entgegen schleudern solle, war dann irgendwie zu viel – nun, er wusste, dass er welche erschaffen konnte, doch waren diese wirklich rein magischer und keines natürlichen Ursprungs. Das hier schien ihm doch etwas völlig anderes zu sein.

    Dem Tauren fiel das Zögern des jungen Mannes auf und er kam auf ihn zu. Er hob die Hand und schloss mit ihr die Augen des Königs. Er ließ seine warme Hand zunächst auf dem Gesicht. "Konzentriert euch erst einmal nicht auf das Gewitter. Konzentriert euch zunächst auf euch selbst, auf eure Gefühle und Empfindungen. Erinnert euch an den Moment, als ihr das letzte Mal eure Blitze gebraucht habt und daran wie sich Das anfühlte. Wenn ihr, dass getan habt, richtet eure Sinne auf die Wolken um euch herum. Spürt wie seltsam sich die Luft anfühlt, wie sie vor Blitzen förmlich bebt."
    Sekunden vergingen, während die kleine Schlacht am Boden weiter tobte. Wie sich das letzte Mal angefühlt hatte, als Isenhorn seine „Magie“ gebraucht hatte, das Gefühl nun wieder aufkommen zu lassen, das war nicht wirklich schwer. Es war immerhin nicht sehr lange her.
    Er versuchte, sich darauf ein zu lassen und schob für diesen Augenblick all seine Gedanken beiseite, die nicht mit diesem Moment zu tun hatten. Es schien zu helfen, denn vor seinem geistigen Auge passierte etwas, was er sich nicht erklären konnte. Er hatte die Augen geschlossen und selbst wenn sie offen gewesen wären, hatte der Taure noch immer seine mächtige Pranke vor ihnen, so das er eh nicht hätte sehen können.
    Plötzlich zuckte das Gesicht des Königs kurz zusammen. Doch er runzelte danach die Brauen. Der Taure nahm nun die Hand wieder weg "Spürt ihr etwas? Fühlt ihr diese Unbekannte und doch Vertraute?"
    Mit geschlossenen Augen neigte Isenhorn seinen Kopf leicht in verschiedene Richtungen.
    "Was ist das? Ich kann es nicht richtig greifen, es ist als wäre ein Schleier davor."
    "Gut...dann öffnet nun eure Augen wieder, verliert dabei aber nicht dieses Gefühl."

    Kaum hatte der junge Monarch die Augen geöffnet, erkannt er um was es sich bei diesem Etwas handelte. Dem Wesen des Gewitters. Es war brodelnd, wild und wollte losschlagen, doch es konnte nicht. Es war als wäre es gezwungen, gebannt an Ort und Stelle zu verharren.
    "Es will sich...losreißen?" Die Kraft die von dem Wesen des Gewitters ausging war unglaublich groß und schien Isenhorn zu bekämpfen, schaffte es aber nicht, sich von ihm zu lösen. Es war fast so, als hätte es einen eigenen Willen, und wäre nicht nur ein Phänomen der Natur.
    "So könnte man es wohl sagen ja, ich vermute aber die Distanz zum Boden ist nach wie vor zu groß. In meinen Bergen sah ich oft, dass Blitze aus einem Gewitter in Bäume oder andere hohe Dinge einschlugen."
    "Und was soll ich eurer Meinung nach tun um dies zu ändern?"
    Sadrugh schaute nun zu einem der Dämonen hinunter. "Seht ihr diese Gruppe kleiner Gegner die dort eng zusammensteht? Konzentriert euch auf sie, verliert dabei aber nicht die Verbindung zum Gewitter. Dann schleudert in Gedanken einen Blitz auf die Gruppe, so wie ihr es sonst mit eurer Magie macht. Der Rest dürfte sich dann von selbst erklären..."
    Skeptisch blickte Isenhorn hinab und bezweifelte, dass es funktionieren würde. Die Dämonen waren verglichen mit der Höhe eines Berges nicht grad erwähnenswert so das der Blitz an sich die gleiche Entfernung zurücklegen müsse. Dennoch, ein Versuch war es Wert. Einfach war es nicht, den das Gewitter unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig sich auf die Dämonen zu konzentrieren, verlangte dem König einiges ab und so misslangen die ersten Versuche.

    Beim ersten passierte gar nichts, beim zweiten zuckten einige kleine Blitze Richtung Boden, waren aber schon erloschen, bevor sie die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten. Der dritte Blitz konnte sich immerhin sehen lassen, schaffte es auch bis zu Boden, aber schlug irgendwo, in den brennenden Wald ein so das er keinerlei Wirkung auf irgendwas hatte. Der vierte, und noch stärkere Blitzstoß kam der Sache schon näher und genoss die Aufmerksamkeit einige der Kämpfenden Wesen dort unten, aber lange noch nicht von jedem. Der fünfte Versuch war dann endlich der, der Erfolgreich war. Ein mächtiger, gleißend, weißgelber Blitz entlud sich und traf sein Ziel mit einem infernalischen Lärm, dass es selbst den Drachen übertönte und die Macht des Blitzes die Dämonen willkürlich Tanzen ließ. Der Blitz war so schnell weg, wie er gekommen war, aber der Eindruck davon war ein bleibender. Dort wo die Dämonen sich versammelt hatte, lagen ein paar pechschwarze, Rauchende Kadaver rum und dort wo der Blitz direkt getroffen hatte, war nur ein Häufchen glühender Asche zu sehen.

    „Beeindruckend…“, murmelte der König vor sich hin, denn so etwas hatte er nicht mal mit seiner Magie erreichen können, sofern er nicht außer Kontrolle geriet.

  11. #611
    Dauerbesucher Avatar von Survivor
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    "Nun..." sprach der Taure langsam und fast schon seufzend, während der Wind an ihm und Fenia vorbei wehte.
    Sie saßen sich in den Ebenen vor der Stadt gegenüber. Der Blick hier ging weit und man konnte die Verheerung und Auswirkungen der Dämonen gut erkennen. Trotzdem zog Sadrugh diesen Ort der bedrückenden Enge der Stadt vor. Dort war kein zur Ruhe kommen möglich. Selbst in der Nacht konnte man die einzelnen Völker hören, wie sie zum einen ihr Leid beklagten, sich freuten am Leben zu sein oder einfach nur versuchten über die Runden zu kommen. In all Dem jemanden den Umgang mit Magie bei zu bringen, war nur schwer möglich. Hier draußen war es ruhig, still und nur der Wind selbst rauschte um sie herum.
    "Wie gehen wir dein Problem am besten an?" es war eher eine Frage an sich selbst als für seinen Lehrling. "Ich habe dir gezeigt wie du deine Magie wirken kannst, doch scheinbar, fällt dir dies Aufgrund deiner Gewohnheiten schwer. Du kämpfst mit dem Schwert und verlässt dich auch eher auf deinen Körper. Deine Reflexe und deine Geschicklichkeit. Du brauchtest bisher keine Magie um deine Feinde zu richten und würdest das wohl auch weiterhin so tun. Folglich scheint sie, wenn auch unbewusst, für dich nicht wichtig. Du willst sie zwar lernen weil du erkannt hast wie nützlich sie sein kann, weißt aber auch das du sie nicht unbedingt brauchst."
    Der Taure schaute Fenia ins Gesicht, doch blickte er ab und an auch an ihr vorbei in die Ferne. "Ein anderer Grund könnte sein das du diese Macht nicht wirklich nutzen willst, weil du erlebt hast wie schnell sie auch außer Kontrolle geraten kann. Hinzukommt dass dies deine erste Anwendung von Magie, als solche war. Ich vermute also das es auch Furcht sein könnte..." dabei blickte er ihr fest in die Augen. "Du stellst dich jedem Gegner, egal welcher es ist, dass weiß ich, das steht hier auch nicht zur Debatte. Aber vielleicht fürchtest du dich auch vor deinen eigenen magischen Fähigkeiten und das wiederum würde dein Vertrauen in deine Schwertkampfkünste stärken, welche du ja kennst und besser einschätzen kannst. Das alles...ist aber nur Vermutung meinerseits. Die Wahreit wirst nur du kennen. Wenn du keine Zuversicht in deine Magie hast, wird dir ihr Umgang nie leicht von der Hand gehen."Sadrugh erkannte selbst das seine Worte keine Zuversicht ausstrahlten, doch was brachte es die Wahrheit zu beschönigen oder gar zu verdrehen. Lieber sollte Fenia wissen was er dachte und wie er sie einschätzte. Sie selbst musste wissen was sie will und in welche Richtung sie gehen wollte.

    Er musste wieder an den Kampf des jungen Königs denken.
    Isenhorn hatte also nun seine ersten Gegner mit einem Blitze getroffen, doch das reichte nicht, es reichte nicht um dem Drachen den entscheidenen Vorteil zu bringen, den dieser brauchte um von dort fliehen zu können. Also richtete der Taure die Aufmerksamkeit des Königs darauf, möglichst viele Punkte um den Drachen herum anzugreifen. Er sollte die Feinde wegtreiben so dass der Drache abheben konnte, alles weitere würde dann das Wesen selber machen. Es ging wie auch zu vor nicht auf Anhieb, doch war der junge Mann wild entschlossen. In einer schnellen Abfolge schlugen die Blitze nun zu Boden, mal mitten in die Feinde, mal in die Nähe des Drachen. Durch den einen Volltreffer zu vor, wussten die Dämonen was ihnen blühte wenn sie getroffen wurden. So sprangen viele beiseite und verloren die Aufmerksamkeit auf den Drachen. Das lies dieser nicht ungenutzt und befreite sich mit einer gekonnten Drehung, wobei er etliche Feinde mit seinem Schweif niederwarf. Dann schraubte er sich mit gewaltigen Schlägen seiner Flügel in die Luft. Blitze zuckten als er durch die Wolken flog und verliehen seinem Flug nun einen ebenso bedrohlichen Anblick, wie sein Kampf zuvor am Boden. Doch anders als zuvor, war er nun der Angreifer. Und was für einer. In Sekunden schnell verschwanden die Feinde. Nicht etwa weil sie flohen, dass versuchten sie in der Tat, nein viel mehr zerfielen sie der Reihe nach zu Asche. Wenn man vorher schon dachte die Umgebung sei ein Inferno, so war dies nichts im Vegleich zu dem was der Drache nun entfesselte. Bis auf den Letzten jagte er die Dämonen und als dieser schreiend zu Asche zerfiel, widmete er seine Aufmerksamkeit Isenhorn und Sadrugh. Der Taure war mit dem Menschen aber schon wieder auf dem Rückweg. Er holte sie beide ein und flog neben Ihnen her. Scheinbar brauchte er keine Erklärung von wem sie kamen oder wer sie eigentlich waren und so kamen sie wieder zurück zur Burg. Dort wurden sie schon von Isenhorn's Schwester, oder besser, von dem Wesen in ihr erwartet. Sie landeten auf dem großen Vorhof der Burg. Der Taure landete mit dem jungen König und überlies alles weitere den Menschen. Er selbst verabschiedete sich erst einmal und wollte sich vor der Burg ausruhen. Dort gesellte sich nach einer Weile Fenia zu ihm.

    "Vielleicht..." begann der Taure als er wieder aus seinen Gedanken zurückkehrte "...müssen wir bei dir ähnlich anfangen."

  12. #612
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Fenia saß eine Weile schweigend neben dem Tauren und dachte über dessen Worte nach. Dieser machte keinerlei Anstalten, die angenehme Stille mit weiteren Silben zu durchbrechen, was ihn in ihren Augen höher steigen liess. Ein guter Gesprächspartner erkannte die natürlichen Pausen einer Konversation und minderte nicht deren Qualität durch unwichtiges Geplapper. „Deine Vermutung stimmt nicht ganz, aber sie geht in die richtige Richtung.“ meinte sie schliesslich, nachdem sie ihre Gedanken geordnet hatte. „Recht hast du darin, dass ich sie im Kampf nicht brauche. Es gibt keinen Gegner, den ich nicht auch so besiegen oder zumindest aufhalten kann, da bin ich mir zuversichtlich.“ Ihre Worte, so arrogant sie auch sein mochten, brachte sie mit einer solchen Überzeugung hervor, dass es schwer fiel, ihr nicht sogar einzuräumen, dass sie Recht haben könnte. „Aber letzten Endes ist das, was wir führen, kein simpler Kampf. Es ist Krieg. Und der entscheidet sich nicht in Duellen, sondern auf verschiedensten Schlachtfeldern, mit verschiedensten Aufgaben.“

    Sie lehnte sich zurück, um sich auf ihre Hinterarme zu stützen. Eine Strähne ihres rabenschwarzen Haares löste sich aus ihren zu einem praktischen Pferdeschwanz zurückgebundenem Haarschopf und fiel ihr über die Stirn. Ihre blutroten Augen fokussierten die Sardrughs, als sie ihren Gedanken mit ruhiger Stimme weiter Ausdruck verlieh. „Gib mir eine Waffe und einen Gegner, und ich besiege ihn. Aber sage mir, dass ich unsere Flüchtlinge über eine Schlucht helfen soll, dann wird es schon schwieriger. Ich kann mit einer Waffe keine Brücken aus Eis bauen; kein Feuer aus den Händen strömen lassen, um winterliche Kälte zu bezwingen; nicht die Lüfte durchfliegen wie ein Vogel, um dort zu sein, wo ich gebraucht werde. Nein, ich bin wie ein Schwert: nützlich im Kampfe, aber sonst zu wenig zu gebrauchen. Zu einseitig.“ Sie wandte den Blick erneut von ihrem Lehrmeister – ihrem Kameraden? - ab, um über ihre nächsten Worte nachzusinnen. Der Taure wartete weiterhin geduldig und liess ihr die Zeit, die sie benötigte, um das Notwendige zu formulieren. „Ich denke was ich sagen will... was ich sagen will ist, dass ich mehr Optionen brauche. Mehr Werkzeuge, Handlungsalternativen, wie du es auch immer nennen magst. Denn letztlich läuft es darauf heraus, das wir die Dämonen aufhalten, ehe sie uns verschlingen. Wenn das mit der Klinge in der Hand möglich ist – großartig, dann weiss ich, was ich tun kann. Doch es ist nicht so simpel, nicht wahr?“

    Die Antwort auf ihre rhetorische Frage war lediglich ein tiefes, zustimmendes Brummen – oder zumindest ein Brummen, das sie als Bejahung ihrer Frage interpretierte. „Daher möchte ich Magie lernen, oder wie auch immer man die Kraft nennen möchte, die in mir schlummert. Oder zumindest ist das ein Teil davon.“ Als sie erneut in Schweigen verfiel, spürte sie, wie Sardrugh sie von der Seite her ansah. Forschend, nachdenklich, neugierig. Denn in ihren Tonfall hatte sich etwas geschlichen, was sie sonst nie zeigte, was sie sich selbst in der Öffentlichkeit nicht einmal einzugestehen gestattete. In ihrem Tonfall spielte Angst mit, eine so menschliche Reaktion, wie man sie bei ihr selten sah. Er erkannte, dass sie in diesem Moment nicht die Hohe Inquisitorin oder die Verkörperung irgend eines anderen hochtrabenden Titels war. Im Moment war sie einfach Fenia – eine junge Frau, die sich etwas von der Seele redete, dass sie nun offenkundig belastete und ihr gar Furcht bereitete. „Wut ist mir vertraut, ich bediene mich ihrer oft genug. Aber ich habe noch nie so die Kontrolle verloren.“ Sie lehnte sich vor und stützte ihr Kinn auf ihre Handrücken, die Ellenbogen unterdessen auf ihre Oberschenkel. Demonstrativ öffnete und schloss sie ihre Hände, als müsste sie sich mit eigenen Augen versichern, dass sie diese grundlegende Fertigkeit noch besaß. „Ich wollte nicht gegen dich kämpfen. Aber ich war wie in meinem eigenen Körper gefangen. Es war, als ob ich mir selbst über die Schulter sah, dazu verdammt, einfach nur Beobachter zu sein, ohne auf die sich entfaltenden Ereignisse Einfluss nehmen zu können.“

    Sie ballte ihre Hände zu Fäusten, ehe sie sie wieder öffnete und den Kopf schräg legte, um den Tauren neben ihr von unten her anzublicken. Wie klein sie neben ihm schien! Beinahe gestattete sie dem kleinen Lächeln, was sich auf ihre Züge schleichen wollte, in Erscheinung zu treten – aber eben auch nur beinahe. Denn momentan war das Thema viel zu ernst, um sich von so etwas ablenken zu lassen. „Als ich mich das letzte Mal so hilflos gefühlt habe, ist meine Welt untergegangen. Ich habe dir ja davon erzählt.“ meinte sie und spielte damit auf ihre Ausführung zu ihrer persönlichen Historie an. „Und als sich unsere Drachen zeigten... da habe ich mich erneut so hilflos gefühlt. Und ich hasse das! Ich hasse es, zu verlieren – auch gegen mich selbst! Ich hasse es, nicht zu wissen, was ich tun kann oder sollte. Und ich hasse es, das auf einmal jemand unter uns wandelt, die sich eine leibhaftige Göttin schimpft, obwohl sie das nicht sein kann!“ Sie stiess ärgerlich die Luft in einem schweren Seufzer aus ihren Lungen heraus. „Und doch kann ich das nicht sagen, weil ich ja de Facto eine der obersten klerikalen Positionen belege und die Person, der mein Ärger gilt, in den Körper meiner Schutzbefohlenen gefahren ist! Und ihre Lage damit nur noch weiter verschlimmert hat! Am liebsten würde ich laut aufschreien und irgend etwas kaputt schlagen – aber das wäre kindlicher Ärger und 'meiner Wenigkeit nicht würdig'.“ Sie verdrehte genervt ihre Augen, um nonverbal klar zu zeigen, wo man sich diese Ansicht ihrer Meinung nach hinstecken konnte. Ein knappes Lächeln flackerte über ihre Züge, und ein schelmischer, beinahe kindlicher Ausdruck flackerte über ihre Züge. „Aber lustig wäre es allemal.“

    Mit einem erneuten Seufzer verschloss sie ihre verletzlichen, persönlichen Regungen jedoch wieder hinter einer Maske der Gelassenheit. „Und damit hast du deine Antwort. Ich will lernen, aber ich tue mich schwer. Die Angst, erneut die Kontrolle zu verlieren, sowie unsere über alle Maßen beschissene Gesamtsituation, stressen mich weiter. Denn das Leben all dieser Menschen ruht mit auf meinen Schultern. Sie brauchen mich auf dem Höhepunkt meiner Kraft, während ich mich beim Studium der Magie so fühle, als wäre ich eine gottverdammte Kuh, die in einem Zimmer herum stapft und gar nicht weiss, was sie alles kaputt tritt!“

  13. #613
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    Kurz überlegte Sadrug bei Fenias letzten Worten, ehe er einen kurzen Lachlaut ausstieß. Es war keine wirkliche Belustigung über ihre Worte, etwas seltsam war die Situation aber schon.
    "Du denkst also du wärst eine Kuh, ein Rindvieh, dass Dinge zerstört ohne deren Bedeutung zu kennen..."
    Er schaute Sie nun bewusst nicht an und schien eher zuüberlegen wie er seine nächsten Worte wählte. "Dein Vergleich passt nicht, gar nicht. Denn...du trampelst nicht. Du stehst nur in dem Raum. Du hast Bedenken dich zu bewegen und etwas oder jemanden zu verletzen. Darum bleibst du lieber stehen als dich zubewegen. Das Rind hingegen schreitet, wenn auch sinnlos, wenigstens voran. Anders ausgedrück, du wärst ein Rindvieh wenn du ohne Rücksicht auf Verluste versuchen würdest deine Magie zu erlernen und du alle Ratschläge beiseite wischen würdest...dann und nur dann wärst du auch für mich die Kuh die alles zertritt. Aber du, stehst nur im Raum. Mit der Angst ihn zu zerstören. Diese Umsicht, hält dich an Ort und Stelle. Das Gefühl der Hilflosigkeit das du empfindest oder empfunden hast, hält dich ebenfalls fest. Was also tun wir jetzt?"
    Sadrugh schwieg nun einen Moment und lies ihr Zeit für ihre Überlegungen. Dann, als hätte er gar nicht gewartet, setzte er wieder an und blickte ihr nun fest in die Augen.
    "Wie du dich in diesem Raum umsehen kannst habe ich dir bereits gezeigt und dich gelehrt. Nun geht es daraum, das du den Weg, der für dich am sichersten, am besten ist, um dich in diesem Raum zu bewegen. Je bekannter für dich deine Wege sind, um so schneller und sicherer kannst du dich bewegen. Je Sicherer du bist, um so weniger macht die das Unbekannte Sorgen. Anders ausgedrück, je mehr du übst, um so eher verstehst du die Kraft in deinem Inneren. Du musst sie gar nicht beherrschen können, nicht von jetzt auf gleich, aber wenn du sie besser kennst, kannst du sie wenigstens lenken und dann, ist sie auch nicht mehr so furchteinflößend." Sein Blick ging von seinem Lehrling, zu einem Stein hinter ihr.
    Sadrugh streckte seinen Arm aus, drehte seine Handfläche nach unten und schien den Brocken, mit seiner Hand, aus der Erde zu ziehen. Während noch die Erde vom Stein rieselte, schwebte dieser zu ihnen beiden herüber. Er senkte sich dann,vor den beiden, vorsichtig nieder.
    "Dies und dies sind deine Arbeitsmaterialien." dabei klatschte der Taure mit einer Hand sowohl auf den Brocken, wie auch auf den Boden.
    "Ich kann dir leider nicht sagen, wie du mit diesem Material arbeiten kannst, dass ist etwas, das nur ihr Erdmagier wissen oder herausfinden könnt. Der Einsatz von Magie an sich, sollte aber in etwa immer gleich sein."
    Einen Moment lang schloss der Taure die Augen und atmete tief durch.
    Er nahm Fenias Hände und legte sie auf den Stein. "Richte nun dein Bewusstsein auf die Magie in deinem Innern. Erinnere dich an das Gefühl als du deinen Schützling vor den Sturz auf den Boden der Schlucht rettest. Suche nach diesem Gefühl und dann...wende dich dem Stein zu. Du müsstest eine Vertrautheit spüren, so als würdest du diesen Stein schon immer kennen. Seine Risse, seine Einschläge an seiner Oberfläche oder auch die Sprünge in seinem Innern die man noch gar nicht sieht. Deine Magie wird dir all das zeigen und du wirst es verstehen. Solltest du dir den Boden, den Untergrund anschauen, erschrick nicht, er wird dir wie ein bodenloser Abgrund vorkommen. Doch das ist ja auch verständlich, schließlich ist diese Wlt riesig." Ein kurzes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht.
    "Wenn es soweit ist das du siehst und verstehst, dann machen wir uns ans Schaffen, ans Verändern. Dann kannst du dich auf den Weg machen ohne dabei Angst haben zu müssen etwas kaputt zu machen. Dann kannst du dir Waffen und Rüstungen aus Stein machen, Wälle und Fallen im Boden für deine Feinde errichten oder gar einfach einen riesigen Schlund öffnen und sie alle verschlucken. Deiner Fantasie ist auch als Krieger...keine Grenze gesetzt."
    Nun lehnte sich der Taure zurück und schaute sich wieder in der Umgebung um.
    "Ich für meinen Teil, werde etwas meine Reaktion trainieren." Einige kleinere Brocken erhoben sich in die Luft und schossen hoch zum Himmel. Weitere folgten. Nach einiger Zeit fielen die Steine herab und blieben in der Luft stehen. Sie fingen dann an um die beiden herum an zu rotieren und wieder in die Luft zu fliegen.

  14. #614
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    Fenia nickte langsam auf Sardrughs Anweisungen, wenngleich sie etwas entmutigt war - aber das war in diesen Belangen nichts Neues und noch lange nichts, was sie sich anmerken lassen würde. Sie bevorzugte nur eben praktische Unterweisung, das war alles. Auch wenn man in diesen Belangen nicht allzu konkret werden konnte. Sie liess sich auf dem Boden nieder und versuchte, das zu beherzigen, was Sardrugh gerade erklärt hatte. Sie sollte sich selbst und den Stein spüren. Schön. Das sollte doch sicherlich nicht zu schwer sein, oder etwa nicht?
    Doch das Einzige, was sie nach einer guten Viertelstunde spürte, war ihr eigener Hintern, der auf dem ungemütlichen Stein plattgedrückt wurde. Und natürlich spürte sie auch den Untergrund um sich herum, aber jeder mit einem Tastsinn war dazu fähig. Nein, so wie sie ihre Aufgabe gerade anging konnte sie auch genauso gut ihre Däumchen drehen. Bevor sie jedoch einen entnervten Seufzer von sich gab, kam ihr eine Idee, die ihr schon bei Beginn des ganzen Unterfangens hätte kommen sollen.

    Sie erhob sich aus der meditativen Pose, die sie sich zu Beginn ihrer Lektionen angeeignet hatte, denn darin kam sie nicht zur Ruhe. Darin konnte sie sich nur auf das Ungewohnte konzentrieren. Stattdessen nahm sie eine Grundhaltung ein, wenngleich sie gerade keine Klinge zur Hand hatte. Doch durch jahrzehntelange Übung war ihr diese so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie nicht mehr überlegen musste, um die gewohnten Bewegungsabläufe durchzuführen. Die übereinander geschlagenen Beine nützten ihr gar nichts - diese Haltung hingegen hatte für sie etwas Meditatives. Und so schaffte sie es nach und nach in einen Zustand der Ruhe zu kommen. Sie verlor das Gefühl, wie viel Zeit sie hier draussen verbrachten - und irgendwann spürte sie es: es war, als ob man barfuß in einem seichten Bach stand und das erste Mal das Wasser fliessen spürte. In etwa so, nur... tiefgründiger. Ruhiger. Massiver. Dumpfer. Sie richtete ihre ganze Aufmerksamkeit darauf, ohne in ihren Bewegungsabläufen inne zu halten. Und es sollte nicht mehr lange dauern, ehe sie merkte, dass sie diese Energie (wie sie es in Ermangelung eines besseren Begriffes nannte) manipulieren konnte.

    Doch ihre ersten Versuche gingen zu zaghaft von statten. Einmal brachte sie das Erdreich dazu, sich etwas aufzulockern, ein anderes Mal einige nahe Grasbüschel dazu, sich in einem nicht existenten Wind zu bewegen. Doch aus Angst, über das Ziel hinaus zu schiessen, brachte sie nicht mehr zu Stande. Sie hielt sich eisern zurück, denn sie wusste um die Gefahr, etwas mit zu großer Kraft zu handhaben. Sie erinnerte sich nur zu genau daran, wie viele Waffen sie in ihrer Kindheit bei Übungen zerstört hatte, bis sie endlich Zurückhaltung gelernt hatte. Doch als weitere Erfolge ausblieben, wuchs ihr Frust. Frust, der aus dem simplen Umstand geboren worden war, dem Ziel so nahe und doch noch zu fern zu sein. Und so liess sie irgendwann ihrem Frust in einem Aufwallen von Ärger freien Lauf und stampfte mit dem Boden auf. Einem Geysir gleich brach das Erdreich vor ihr auf und katapultierte Kiloweise Erde, Gestein und Pflanzen in die Höhe, welche als dumpfer Regen auf sie niederprasselten. Als sie sich mit einem entnervten Ausdruck zu Sardrugh umdrehte, sah sie, wie dieser sie mit einer gehobenen Augenbraue musterte. Sie quittierte das Ganze mit einer Grimasse, während sie sich ein paar Grashalme und Erdklumpen aus dem Haar und aus ihrem Obergewand schüttelte, die durch den nahen Ausbruch dort hinein geraten waren.

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