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  1. #1
    Bürger Avatar von Auren
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    Standard Projekt Guardian New Ära

    Kujitsu die Stadt der Arbitratoren. Ja so nennt man sie mitlerweile. Auf ihren Straßen ist immer etwas los. Gerade bei den Außenbezirken.
    Viele der ehemaligen Slumbewohner halten sich an die Gesetze der Stadt, aber dennoch gibt es einige die stets aus der Reihe tanzen. Darunter befinden sich Menschen die eine parapsychologische Fähigkeiten besitzen. Daher ist die Polizei mit denen vollkommen überfordert oder besser gesagt, die Polizei möchte sich nicht damit befassen.

    Arbitratorenabteilung, ein eher langweiliger Name, aber dennoch aussagekräftig. Genau diese Abteilung wurde für solche Fälle neu aufgabaut. Die Mitarbeiter sind speziel ausgebildet und zudem haben einige von ihnen etwas besonderes. Damit sind nicht einmal ihre paraspychologischen Fähigkeiten gemeint. Nein, es gibt auch normale Menschen unter ihnen. Ermittler, bei einigen auch die Hunde des Sicherheitsrates genannt, obwohl sie damit eher wenig zu tun haben.

    Genau diese Menschen klären Fälle auf, bei denen der Verdacht besteht, das eine parapsychologische Fähigkeit mit im Spiel sein könnte. Diese Aufgabe ist nicht ganz ungefährlich. Daher agieren sie meist zu zweit und bei besonderen Fällen werden sogar mehrere Teams darauf angesetzt.
    Dabei sind sie streng an die Sondergesetzte des Sicherheitsrates gebunden.


    Heute wird dieser Abteilung ein neuer Fall aufgetragen. Einen von der gewöhnlichen Sorte.
    Jugendliche und ihre Straßenrennen, wobei einer der vielen Fahrer wohl jede Verfolgungsjagd
    im vorraus sah und entkam.
    Deshalb geht man nun stark davon aus, dass genau dieser einer Fahrer, eine parapsychologische Fähigkeit besitzt. Vermutlich von Geburt an.
    Dies soll nun Untersucht werden...

    Büro von Luca Cross....

    Eine Akte liegt geöffnet auf seinem Tisch. Mr Cross starrte aus dem Fenster, obwohl es nichts besonderes zu sehen gab. Er wartete geduldig auf einen seiner Ermittler.
    Eigentlich sollten ihm ein paar Tage Ruhe gegönnt sein, aber die Fälle stapeln sich.

    Ein Mann öffnete die Bürotür und trat hinein. Es handelte sich um Douglas Simmon.
    Jemand der für diesen Fall genau der Richtige war. Auch wenn er sich mit der Materie des Falles nicht auskannte.

    "Guten Morgen Doug. Sofern ich sie so nennen darf."
    Luca Cross drehte sich um und sah sein Gegenüber an. Doug entdeckte sofort die geöffnete Akte.
    Ein neuer Fall wie es schien.

    "Ich weiß, sie hatten in den letzten Tagen viel um die Ohren, aber leider häufen sich die Fälle und bei diesem hier gab es schon zwei Tote. Weshalb dieser nun ganz oben auf die Drinligkeitsliste gesetzt wurde."
    Doug nahm die Akte, blätterte sie sorgsam durch. Immer wieder kam das Foto von einem jungen Mann zum vorschein. Auch Bilder von iligalen Straßenrennen kamen vor, sowie die Bilder der zwei Toten. Kein schöner Anblick, aber der Ermittler war dies bereits gewohnt.

    "Finden sie diesen jungen Mann und nehmen sie ihn fest. Wenn Sie Hilfe benötigen stelle ich Ihnen Seyrah zu Verfügung. Sie mag zwar jung sein, aber ihre Fähigkeiten könnten Ihnen trotzdem helfen. Eigentlich wollte ich ein Team darauf ansetzen, aber leider sind alle mit anderen Fällen beschäftigt. Die Polizei stuft in letzter Zeit die Fälle immer mehr hoch. Zum Schluss landen sie bei uns."

    Luca ließ seinen Ermittler genug Zeit um die Akte durch zu blättern. Er wollte immerhin sicherstellen, dass er auch alle Informationen hat. Als dann Doug die Akte auf den Tisch legte, fuhr Luca mit dem Thema fort.

    "Die Polizei will, sofern sie es schafft, alle Fahrer und Beteiligten verhaften. Uns interessiert nur dieser junge Mann. Um den Rest kümmert sich die Polizei. Geben sie acht nicht in deren Visier zu geraten. Zu Not schreite ich persönlich mit ein."

    Die Außenbezirke...

    Ein gewöhnlicher Tag, ja so scheint es, aber der Schein trügt. Der Einfluss von Kujitsu ist spürbar. Kein Wunder warum die Jugend die Waffen niederlegte und anderen Dingen nachgingen.
    Seit Tagen sah man tiefer gelegte Fahrzeuge herum fahren.
    Sie waren laut, sehr auffällig lackiert. Zudem waren sie zu teuer. Niemand konnte sich solche PS Protzen kaufen, außer vielleicht eine handvoll Bewohner.

    Die reparierten Schnellstraßen wurden zu Rennstrecken. Natürlich war dies nicht geduldet. Die Polizei konnte den jungen Rennfahrern nur hinterfahren. Ihre Fahrzeuge waren zu schwer, zu langsam und erst gar nicht für wilde Verfolgungsjagden geeignet.
    Man lachte schon über die erbärmlichen Versuche.

    Heute abend soll es wieder ein Rennen geben. Alle Beteiligten wissen bereits davon und haben sich gründlich vorbereitet. Selbst ein paar Plakate wurden aufgehangen. Man wollte sich wohl ein weiteres kleines Katz und Mausspiel mit der Polizei liefern.
    Natürlich war dies unter den Bewohner der Außenbezirke ein großes Thema. Zwei Menschen wurden bereits überfahren und starben.
    Abends ließen die Eltern ihre Kinder nicht mehr raus. Sie waren besorgt, da selbst die Nebenstraßen zur Rennstrecke wurden.
    Einige Bewohner riefen schon laut. "Her mit unseren Waffen!" oder "Ohne euch wären wir besser dran."
    Sie fühlten sich nicht mehr sicher. Genau dieser Umstand könnte lokal zu Unruhen führen.
    Da könnte dann selbst die Armee einpacken.


  2. #2
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    Es war im Grunde wie so oft, ja eigentlich wie immer. Irgendwie fiel irgendwo, irgendjemand auf, weil Dinge passierten, die nicht passieren dürften. Doug wusste, dass er bereits eine Kopie der Akte auf seinem Schreibtisch hatte, kein Grund also sich die von Cross mitzunehmen. Die nötigen Infos hatte er ja nun schon, so dass er sich zumindest ein erstes Bild machen konnte. Es gab einige Möglichkeiten, wo der Gesuchte wohnen könnte. Aufgrund der teuren PS-Starken Autos wäre eine Möglichkeit, den Täter in High City selbst zu suchen. Immerhin lebten dort die einzigen Menschen in der Stadt, die sich solche Autos problemlos leisten konnten. Die Rennszene war nicht grad diskret und da man gesehen werden wollte, waren auch die Autos bekannt. Um an Namen und Adressen ran zu kommen, müsste man nur die ganzen Händler abklappern. Aber das sollte mal schön die Polizei machen, er könnte sich die Daten dann einfach geben lassen. Das würde er also als erstes veranlassen.

    Douglas versprach sich allerdings nicht sehr viel davon. Denn so naheliegend es auch war, glaubte er nicht daran, dass sich der gesuchte in der High City selbst aufhielt, ohne dass er sich hier lange verstecken konnte. Eine weitere Möglichkeit war dann natürlich, dass man sich die Boliden auf nicht ganz so legale Weise besorgt hatte. Nicht weiter schwer und Leute die Ahnung von Autos hatten, gabs es mehr als genug. Irgendeine Behörde die das alles überwachte und Kontrollierte gab es nicht, weswegen vom jämmerlich zusammengeschusterten Selbstbauten mit klapprigen Motoren, bis zum Luxus-Straßenkreuzer alles sah. Letztere natürlich eher weniger. Irgendwelche Transportfarhrzeuge polterten natürlich auch über die maroden Straßen und brachten ihre Waren von A nach B. Nur die Schnellstraßen waren gut befahrbar, sofern nicht irgendwo wiedermal ein rennen stattfand. Das war auch die erste Anlaufstelle für Douglas. Neben einigen Tunningwerkstätten die er schon kannte, würde er sich auch auf der Straße selbst umsehen. Auf dem Weg zurück in das Großraumbüro, wo auch sein Schreibtisch stand, zog er sich noch einen Kaffee aus dem Automaten. Grad als er sich den Becher nahm, kam Seyrah um die Ecke. Unscheinbar wie immer, lächelte sie ihn aber an und begrüßte ihn freundlich.

    „Guten Morgen Doug.“
    „Morgen Seyrah. Kaffee?“, fragte er, doch sie verneinte es. Das Zeug aus dem Automaten war ihr zuwider. Douglas verstand auch warum, als er einen Schluck aus dem Becher nahm. Nicht grad eine Offenbarung, aber es genügte für den Moment.
    „War grad bei Cross, er meinte du könntest mich womöglich bei einem neuen Fall unterstützen, falls ich Hilfe benötige.“
    Seyrah sah ihn fragend an. „Und benötigst du Hilfe?“
    „Sicher. Ich will nicht erst warten, bis es zu spät ist und obendrein ist es immer besser, wenn du von Anfang an dabei bist, muss ich dir später nicht den Fall noch erklären. Komm, ich zeig dir die Akte.“

    Später.
    Seyrah saß auf dem Beifahrersitz des Dienstwagens, mit dem Doug eine der bekannten Tunningwerkstätten ansteuerte, und tippte grad etwas in ihr Notebook. Sicher irgendwelche Notizen, ob nun für den Fall oder etwas anderes, war Doug für den Moment egal. Sie würde ihm schon mitteilen, wenn sie etwas Relevantes zu sagen hatte. Offiziell war es eine normale Werkstatt und man konnte auch mit seinem Auto hierherfahren, doch war es auch nicht grad ein Geheimnis, das sich hier etliche junge Leute trafen, die zu der Rennszene gehörten. Die dumpfen Bässe waren schon zu hören, aber erst als Doug zwei Minuten später um die Ecke bog, sah er auch die Werkstatt und die 4 davor geparkten Wagen mitsamt Besitzern und Freunden auf dem Platz davor. Jedes einzelne dieser Autos war mehr Wert als die meisten der Gebäude in der Nähe. Als Douglas dann auf den Parkplatz abbog, und seine Wagen in unmittelbare nähe zu den Tunningschlitten abstellte, war ihm sehr bewusst, dass nicht nur einer dieser Leute dort Waffen trug. Auch das war nichts Besonderes, schon gar nicht wenn man solche Werte schützen wollte, wie sie hier rumstanden. Die Slums waren halt gefährlich. Auch Seyrah war sich dessen bewusst.
    „Einer von denen könnte an den Unfällen mit verantwortlich sein.“, meinte sie wärend sie die Menschen mit Argusaugen beobachtete. Dessen war sich auch Doug bewusst, doch solange sie hier standen, taten sie nicht verbotenes. Und auch wenn er sicher den ein oder anderen wegen Waffenbesitz drankriegen würde, würde es ihm nichts bringen. Er brauchte Informationen und den jungen Leuten vor den Kopf zu stoßen war sicher der ideale Weg um nicht zu erfahren.
    „Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Sehen wir erstmal, ob wir irgendwas interessantes erfahren.“ Doug hatte sich eins der Fotos des gesuchten mitgenommen, aber keiner der Anwesenden passte auch nur im Ansatz dazu. Wäre auch zu schön um wahr zu sein.

    Beide verließen den Wagen und bewegten sich auf die jungen Leute zu, als aus dem Hintergrund ein Mann aus der Werkstatt trat, von dem Doug bereits wusste, dass er der Besitzer war. Er war es auch, zu dem Doug wollte.
    „Die geschätzten Herren – und Damen – von der Arbitratorenabteilung. Was führt sie denn hier her in meine bescheide Werkstatt. Vielleicht ein Ölwechsel?“, begrüßte der Mann sie freundlich, wobei weder Seyrah noch Douglas entging, dass er das nicht wirklich ernst meinte. Das logo auf dem Dienstwagen gab ihre Behörde Preis, weswegen es Douglas auch nicht wunderte, das er sie entsprechend ansprach.
    ‚Charmant‘, dachte sich Douglas sofort. In der Tat, die Art wie er es sagte war nicht herablassend oder feindlich. Auf eine gewisse Art war sie sogar freundlich. Sicherlich Kalkül, wie Douglas ihn einschätzte, aber eine unmittelbare Gefahr schien nicht von ihm aus zu gehen. Mit Sicherheit war der Mann auch nicht daran interessiert, dass seine Werkstatt dicht gemacht wird.
    „Tag. Mein Name ist Simmons, das hier ist meine Kollegin Menigton.“ Doug hielt dem Mann seinen Dienstausweis hin, den er nur flüchtig überflog. „Und sie sind?“
    „Jakande. Karabo Jakande. Besitzer dieses Ladens.“ Douglas wusste das bereits. Das er den Besitzer dennoch fragte, war für ihn so etwas wie der erste kleine Test, ob ihn jemand anlog. Hätte er sich lediglich nur als einfacher Angestellter vorgestellt, wüsste Douglas nun, dass hier irgendwas nicht stimmt.
    „Wir würden uns gerne mit ihnen ein wenig unterhalten. Sie kennen sich doch mit getunten Wagen aus, oder?“
    ‚Zuerst du, dann deine Angestellten, dann die Leute hier draußen. Schön der Reihe nach.‘, dachte sich Doug noch, als Karabo sie in die Werkstatt zu seinem Büro bat.
    Geändert von Ironhide (18.12.2020 um 18:03 Uhr)

  3. #3
    Bürger Avatar von Auren
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    s war wieder ein schöner Tag, dachte sich Yuma. Weshalb sie die Kinder anzog mit den Kinderwagen nach draußen ging. Einkaufen stand sowieso auf dem Plan. Lieber jetzt, wo die Kinder noch etwas schlafen als wenn sie putz munter sind.
    Gerade die große Tochter war manchmal kaum zu bremsen.
    Ihr schien es nichts auszumachen. Dies lag wohl daran, dass sie einfach die Gedanken der Kinder lesen konnte ohne dass es den anderen Passanten nicht auffiel.
    So konnte Yuma so manchen kleinen Unfall vermeiden.
    Ihr Mann hingegen wäre mit den Kindern klomplett überfordert, aber ärger gab es fast nie deswegen. Dazu war Yuma zu ruhig. Sie lachte sogar manchmal darüber.
    Beim Einkaufen entging es ihr nicht, dass die allgemeine Stimmung am Tiefpunkt war. Dies lag wohl an den Rasern und an die inkompente Polizei.
    An sich könnte sie diesen Streitpunkt mit Leichtigkeit lösen, aber da gab es noch jemanden.
    Ihr so genannter Ziehvater wenn man es so betrachtet.
    Einen ehemaligen Warlord. Yuma musste ihn versprechen, dass sie ihre Fähigkeiten nie da draußen einsetzt, wobei Gedanken lesen bis zum gewissen grad erlaubt war.

    Heute nahm sie den Bus zur High City. Dort waren die Geschäfte wesentlich besser.
    Da es nur wenige Routen für diese Art der Fahrzeuge gab, dauerte es auch nur ungefähr dreißig Minuten bis ihre Haltestelle angefahren wurde.
    Langsam und schön vorsichtig stieg sie mit den Kinderwagen aus. Die Busse waren zum Glück dafür auch gut ausgestattet.

    Jetzt trennten sie nur noch ein paar Meter zum gewünschten Geschäft, wobei hierfür eine andere Bezeichnung fällig wäre.
    Es war eines der größeren Einkaufszentren die Kijutsu zu bieten hatte.
    Hier sollte Yuma auch alles bekommen, gerade für die Kleinen.
    Die Einkaufsliste wurde hervor geholt, ein gewöhnlicher Zettel. Jeder hätte die digitale Version vorgezogen. Nur kam Yuma nicht wirklich zurecht mit den Dingern.

    Die ersten Punkte auf dieser Liste handelte sich allein für die Kinder, danach das Abendessen, sowie kleine andere Dinge des täglichen Lebens.
    Das Einkaufzentrum war wie immer gut besucht, aber es wurde nicht gedrängelt. Platz gab es ja genug.

    Da Yuma nur wenige kleinere Läden ansteuern musste, hatte sie auch rasch alles beisammen.
    An einem kleinen Essenstand, gönnte sie sich eine Kleinigkeit.
    Als sie den Rückweg antreten wollte, machte sich die Große bemerkbar. Sie war wach und wollte nicht mehr liegen.
    "Nicht zappeln, ich zieh dir deine Schuhe an und dann kannst du von mir aus etwas herum laufen."
    Ihre Stimme war ruhig, eher zu ruhig, obwohl das Kind laut quengelte.
    Nachdem die Schuhe angezogen waren, wurde das Kind aus dem Wagen genommen.
    Ihre Tochter rannte auch schon los.
    Zum Glück wusste Yuma ja wohin ihre Tochter wollte, daher konnte sie auch mal ein paar Minuten allein ihre Runden drehen lassen.

    Anstatt ihr zu folgen, suchte sie sich eine Bank. Dort wollte sie ihren kleinen Snack verdrücken. Solange ihre Tochter noch am toben war und sie daher nicht teilen musste.

  4. #4
    Siedler Avatar von Survivor
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    Ruhe. Ruhe war etwas das Ketel, sehr zu schätzen wusste. Eine Tatsache die sich ebenso in Lage wie auch im Aufbau seiner Werkstatt wieder spiegelte. Sie lag gut einige Meter unter der Erde, in einer alte Tiefgarage. Ihre oberen Stockwerke waren eingestürzt, daher konnte man sie eigentlich nicht mehr gebrauchen. Doch wie es der Zufall wollte, gab es einen alten Aufzug der nur noch nach ganz unten fuhr. Dieser war wieder in Gang gesetzt worden und so konnte man sich an den verschütteten Autos bedienen die dort warteten. Sie im ganzen zu bergen war damals nicht möglich, also schlachtete man sie aus und schleppte die Teile an die Oberfläche und fort. Nachdem diese Arbeiten getan waren, gab es dort unten nichts mehr zu holen. Nach einiger Zeit der Ruhe, hatte Ketel sich dann dort nieder gelassen. Im wahrsten Sinne des Wortes nun im Untergrund, konnte er dort unten, ungestört, alles machen was er wollte. Er richtete sich in einem kleinen Lagerraum eine Werkstatt ein und nutzte die Großen Parkflächen der Garage als Schießbahnen.
    Im Laufe der Jahre häufte er immer mehr Material an, um für alles mögliche was mit Waffen zu tun hatte, gewappnet zu sein. Jedoch nicht um Waffen selber herzustellen, sondern um sie modifizieren und reparieren zu können.
    Das einzige was er dort unten wirklich herstellen konnte war Munition. Natürlich nicht für jede x-beliebige Waffe, aber eben für die gängigsten. Allerdings war sein momentaner Auftrag ein anderer.

    „Modifizieren...hmmm...einfacher hätten man den Auftrag nicht formulieren können oder? Was ist dass für eine Aussage? Ich soll sie modifizieren. Was soll ich modifizieren? Wollen die ein neues Visier haben, ein anderes Kaliber?“ Ketel regte sich gespielt über seinen momentanen Auftrag auf. Er hatte eine größere Lieferung an Waffen bekommen die „modifiziert“ werden sollte.
    Ein Auftrag der Ihm in Wirklichkeit viel Vergnügen bereitete, aber eben auch diesen Beigeschmack der Ungenauigkeit hatte.
    „Ach wisst ihr was? Ich mach sie einfach mal sauber, checke sie ordentlich durch und dann schieß ich sie wieder ein. Außerdem entferne ich noch die Nummern. Dann weiß keiner mehr woher sie stammen. Sollte eigentlich schon als Modifikation durchgehen.“

    Zunächst einmal, kam die völlige Zerlegung aller Waffen in ihre Bestandteile. Jeder Bolzen, jede Feder, jedes noch so kleine Teil. Alles wurde auseinander gebaut. Alle Nummern die Aufschluss darüber geben konnten woher die Waffen kamen, schliff Ketel Material schonend, aber sehr gründlich aus. Dann kamen alle Teile, wild durch einander und nur der Größe nach sortiert, in unterschiedliche Ultraschallbäder mit verschiedenen Reinigern. Nach dem Trocknen wurden die verschiedenen Komponenten, leicht geölt, wieder zusammen gesetzt, auf Sitz und Funktion überprüft und abschließend, alle Waffen im Anschluss eingeschossen. Dabei nutzte Ketel, verschiedene Spannvorrichtungen, um für jeden Waffentyp, auch immer die gleichen Ergebnisse zu haben. Er justierte die Zielvorrichtungen auf ihre Trefferbilder und verstaute sie anschließend so, dass sie ihren Haltepunkt nicht gleich wieder verloren. Ketel hatte aber die Vermutung dass dies spätestens nach dem Rücktransport, eh wieder der Fall sein würde.

    Da nun seine Arbeit für den heutigen Tag getan war, konnte er sich nun seinen eigenen Dingen widmen.
    Dem testen von Munition. Genauer gesagt...von Schrottmunition.
    „Womit schießen wir heute? Wie wärs mit...ja wie wäre es mit dem Gummibärchengeschoss dass ich neulich gegossen habe.“ auf Ketels Gesicht breitete sich ein breites, kindische Grinsen aus.
    „Wollen doch mal sehen ob man damit nicht durch einen einfachen Holzverschlag kommt. Dann noch die gehärteten Stahlkugeln, damit könnte ich auf die ausgeschlachteten Karosserien ballern...und zum Schluss noch das gefrorene Dosenfleisch. Dass hatte ich ja schon letzte Woche vorbereitet und zugeschnitten...“ freudig sprang er in sein Lager und holte drei Gewehre und einiges an Munition hervor, bevor in den tiefen der Tiefgarage verschwand und man lautes Krachen und Lachen hätte hören können.

  5. #5
    Siedler Avatar von hakuryu
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    Er war lange nicht mehr hier gewesen. Das letze mal vor zwei Jahren. So sehr Tegan die Natur auch liebte und dieser Ort auch wie geschaffen dafür war diese auch zu genießen, mochte er gerade diesen hier nicht wirklich. Im Schatten einer riesigen Eiche, die mitten auf dem sanften Hügel stand und deren Blätter im leichten Wind leise raschelten, sah der junge Mann auf den Grabstein der Familie Takahiro. Zu den Namen seiner Eltern, an die er sich kaum erinnern konnte, waren die seiner Großeltern gekommen. Die beiden hatten ihn aufgezogen seit er mit vier Jahren zu ihnen gekommen war. Wirklich herzlich waren sie nie gewesen, war er doch der Sohn seines Vaters den sie nicht mochten. Leider sah er ihm auch noch zu ähnlich und sein Vater war ihn ihren Augen schuld daran das die Beiden ihre über alles geliebte Tochter verloren hatten.
    Aus den Akten hatte Tegan später erfahren das es ein tragischer Unfall gewesen war und keiner wirklich Schuld hatte. Das Haus welches sie damals observiert hatten war buchstäblich in sich zusammengefallen und hatte beide unter sich begraben. Rettungskräfte hatten es nicht rechtzeitig geschafft seine Eltern unter den Trümmern zu finden bevor die telekinetischen Kräfte seines Vaters versagten.

    Langsam das Grab sauber machend, hing der schwarzhaarige Arbitrator seine Gedanken nach. Die letzten drei Jahre waren nicht so einfach an ihm oder Shinru vorbei gegangen. Sie hatten vieles erlebt, geholfen wo sie nur konnten ohne zu verraten was sie sind. Bei seinem besten Freund war das nicht weiter schwer gewesen. Ihm sieht man das nicht an. Bei Tegan sieht da die Sache schon anders aus. Der katzengroße kleine blaue Drache war immer noch da. Das der Kleine ein Eigenleben und sogar seinen eigenen Kopf hatte war sowohl Segen als auch kleiner Fluch zugleich.
    Shinru vermutete das Ryu sein Unterbewußtsein wiederspiegelt. Zumindest war er ein offensichtliches Stimmungsbarometer. Was nicht immer von Vorteil war. Oft genug mußten sie deswegen den Wohnort wechseln weil der Kleine der Meinung war jemanden anfauchen oder in die Waden zwicken zu müssen.
    Seit der Beerdigung seiner Großeltern waren die beiden immer mobil. Der runtergekommene Caravan war weder zu groß oder zu klein um in den Außenbezirken aufzufallen. Niemand würde auch nur im Traum daran denken das dieses Gefährt mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet war die man gebrauchen konnte. Zudem wechselten sie oft die Grafittis und Nummernschilder. So konnten sie über die Jahre auch immer in Auge auf Juri haben. Diese hatte sich nicht an den Vorfall mit Odysseus erinnern können, geschweige denn an die beiden jungen Männer die ihr geholfen hatten und leider auch viel Scherereien bescherten. Yumiko hatte ihnen gesagt das sie auch nicht wollte das sich ihre Frau wieder daran erinnert und die Arbitratoren gebeten sie nicht wieder aufzusuchen. Daran hielten sich die Beiden. Ein Auge behielten sie trotzdem auf Juri. Diese hatte mittlerweile Aktivitäten von denen Yumiko nichts wußte und die Jungs immer mal wieder auf trap hielt.

    Nach der Säuberung goß Tegan noch eine kleine Flasche Sake über den Grabstein und zündete Räucherstäbchen an. Ryu kam langsam mit ein paar Wildblumen in der kleinen Schnauze und legte diese daneben.
    Mit einem Blick in den blaßblauen Himmel, der nur sporadisch von Federwolken durchzogen war, machte sich der schwarzhaarige wieder auf den Weg. Der kleine Blaue machte es sich auf seiner Schulter bequem, kuschelte sich an seinen Herrn und verblaßte soweit das man schon ganz genau hinsehen mußte um ein Flimmern erkennen zu können.




    "Geht es dir auch wirklich gut?"
    Die Frage kam für Shinru nicht überraschend. Die geisterte schon seit Stunden im Kopf seiner Mutter rum.
    "Ja, Mutter. Ja ich esse genug, Natürlich hab ich auch ausreichend Schlaf. Nein, wir kochen selber. MAMA!"
    Die Gedanken seiner Mutter drehten sich im Kreis. Sein Vater strahle einfach nur Ruhe aus und der Telepath hätte schon tief in den Geist seines Vaters eindrigen müssen um seine Gedanken lesen zu können. Tegan hatte eigentlich beiden Elternteilen beigebracht wie sie ihre Gedanken abschirmen konnten. Nur leider waren sie wohl zu wenig bei Shinru seinen Eltern zu Besuch als das seine Mutter sich das behalten hätte. Immerhin war der letzte Besuch bereits zwei Jahre her.
    "Ob Tegan damit zurechtkommt?"
    "Das ist schwer zu sagen. Wenn er nicht will komme nicht mal ich in seine Gedanken. Raubkatzen bewachte Diamantschilde sind da sehr effektiv. Und wenn dann noch Ryu einen ständig ablenkt das man sich nicht mal konzentrieren kann, sollte auch ein besserer Telepath als ich Schwierigkeiten haben in seinen Kopf zu kommen."
    Beide hatten sie trainiert um ihre Fähigkeiten weiter auszubauen. Was den Schutz gegen Telepathen betraf, hatten die Beiden sogar unerwartete Hilfe bekommen die sich als sehr effektiv erwiesen hatte. Die Trainingseinheiten waren der reinste Horror, aber es hat sich ausgezahlt. Auch für sich hatte er etwas Neues gefunden.

    Ein helles Kinderlachen riß den blondhaarigen aus seinen Gedanken. Seine jüngste Schwester, gerade mal zehn Jahre alt, rannte lachend um ihren Bruder.
    "Fang!"
    Damit warf sie ihm ohne hinzusehen einen Ball zu. Völlig perplex konnte Shinru ihn gerade noch auffangen bevor dieser in den Kuchenteig fiel. Sie hatte ihn mal wieder austricksen können. Sie hatte schnell gelernt an etwas anders zu denken wenn sie etwas von ihrem Bruder wollte oder vorhatte ihn zu ärgern. Keines seiner Geschwister war ein Arbitrator. Sein Großvater war einer gewesen, nur anders als er einer mit Zukunftsvisionen.
    Seine Fähigkeiten gedanklich in ein Diamantkokon einschließend, trat er auf den Rasen vor dem Haus seiner Eltern. Die Wasserbomben die ihn dann eiskalt im Gesicht trafen ließ Mia einen Lachflash bekommen.
    Aha, jetzte seh ich also aus wie ein begossener Pudel. Na warte Kleine. Mama, hole bitte mal ein paar Handtücher.
    Den Ball in den Händen sprintete er zu Mia die sich mitlerweile vor Lachen den Bauch haltent auf dem Boden rollte. Erst ließ er den Ball auf ihren Kopf fallen und dann warf er sich das lachende Bündel über die Schulter und ging Richtung Pool. Bevor die Kleine realisieren konnte wie ihr geschah, flog sie in hohem Bogen ins kalte Wasser.
    Quietschend nach Luft schnappend tauchte sie prustend wieder auf und fluchte wie ein Seemann.
    "Attacke!!!"
    Der gebrüllte Ruf seiner Brüder warnte Shinru vor, offensichtlich hatte Mia ihnen beigebracht wie sie sich geistig unsichtbar machen konnten. Gedanklich rezitierte Jack ein Gedicht und Tora löste mathematische Gleichungen.
    Doch was auch immer die Beiden eigentlich vor hatten gind für sie gründlich schief. Die 20 und 23 Jahre alten jungen Männer landeten neben ihrer Schwester im Pool. Instinktiv hatte Shinru mit jeweils einer kleinen Drehung und einen Schritt ihnen entgegen reagiert und sie so ins Wasser befördert.
    "Nicht brüllen. Ihr vergeßt jedes Mal das ich mittlerweile den fünften Dan in Aikido hab."
    Das Grinsen auf den Gesicht den Blonden sprach Bände als die Geschwister einvernehmlich fluchten. Ihre Mutter kam mit einem Stapel Handtücher aus dem Haus und verteilte sie an alle ihre Kinder. Sie meinte dann noch das der Kuchen nicht mehr lange brauchen würde und verschwand wieder in der Küche.

    Etwas später nach dem alle wieder trocken und in frischen Klamotten waren, legte Jack Shinru ein Plakat hin. Es wurde ein Rennen angekündigt auf den Speedways in den Außenbezirken. Der Telepath war nicht sehr erbaut darüber das schon wieder eins stattfinden sollte. Diese Rennen waren sehr gefährlich und hatten bereits Todesopfer gefordert.
    "Mama, schau mal. Da ist ein Minidrache!"
    Alles ok bei dir, Tegan?
    Geht so. Ihr hattet wohl euren Spaß. Hattest du vorhin nicht andere Klamotten an?
    Wasserschlacht. Die Kids haben dazugelernt.
    Die haben dich echt überraschen können? Find ich klasse.

    "Tegan, komm doch rein. Der Kuchen ist fertig und soweit abgekühlt das wir essen können."
    "Danke Mrs Ryusai."
    Tegan betrat das Haus und erhaschte aus dem Augenwinkel das Papier auf dem Tisch.
    Das ist doch nicht deren ernst, oder? Es gab doch schon zwei Tote. Beim letzten Mal hat es den kleinen Noah erwischt.
    Offensichtlich doch. Das soll heute Abend stattfinden. Ich glaub nicht das die Polizei das verhindern kann.
    Ich auch nicht. Deren Autos sind dazu mehr als ungeeignet.

    "Kann ich mit dem Drachen spielen, Tegan?"
    "Na klar. Hast du noch nen anderen Wunch?"
    "Eine Katze wäre noch schön. Aber eine richtig große."
    Mit einem Lächeln erschuf Tegan zwei Raubkatzen was Mia mit einem erfreuten Kreischen quitierte.
    Geändert von hakuryu (20.12.2020 um 11:09 Uhr)

  6. #6
    Tourist Avatar von Gosti
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    Es ist noch nicht so lange her dass Juri zusammen mit ihrer Freundin Yumiko wieder in die Slums gezogen sind, auch wenn es der Obrigkeit lieber wäre wenn man das nun die „Außenbezirke“ nennt. Sie selbst kann sich an diesen Ort, oder was dort alles passierte so gut wie nicht erinnern, alles was vor dem Vorfall vor drei Jahren passierte war im besten Fall in ihrem Kopf vernebelt, aber als sie hier her kam, obwohl alles viel schmutziger, gefährlicher und lauter war als in der High City, fühlte sie sich hier automatisch wohler als in der sterilen organisierten Welt da oben wo sie fast ein Jahr lang rehabilitiert wurde. Es wirkte einfach… vertrauter, auch wenn sie selbst nicht erklären konnte wieso, und alte Gewohnheiten kamen auch ganz von alleine wieder, ihr Wunsch diesen Ort eine Spur besser zu machen, Ungerechtheiten auszugleichen und einen gewissen Nervenkitzel nachjagen, genauso wie diverse Fähigkeiten wie zum Beispiel dass sich ihre Finger in den Taschen anderer wieder fand ohne dass es jemand bemerkte… Etwas was sie völlig unbewusst und automatisch tat, und auch etwas war was sie aktiv unterdrücken musste. Das hörte allerdings nach einiger Zeit auf, das Unterdrücken, nicht die Kleptomanie…
    Zumindest war Juri in der Lage nicht in Schwierigkeiten zu geraten, etwas auf was sie großen Wert legte, mehr als vielleicht früher, weil sie nun einfach jemanden hatte der ihr mehr als alles andere Wichtig war, und sie diese Person einfach nicht in Gefahr bringen wollte.

    Generell Half sie bei den Versuchen der High City die ehemaligen Slums zu verbessern so gut sie konnte, und in der Kurzen Zeit konnte man auch schon einiges an Änderungen spüren. Vielen lief dabei nicht besonders fair ab, viele versuchten diese Förderungen auszunutzen oder zu bestehlen, etwas was schon viele Leute die Aufmerksamkeit von Juri auf sich zog und am Ende oft mit weniger da standen als zuvor…
    Der Aufbau veränderte allerdings die Leute und die Umgebung, etwas was Juri mit Zufriedenheit beobachtete. Gewaltverbrechen wurden weniger, und einige Kinder hatten sogar Perspektiven für die Zukunft was sie vor drei Jahren noch nicht gehabt hätten. Auch die Entwicklung des „Motorsports“ der immer Populärer zu werden schien, war in den Augen Juris eine positive entwicklung, auch wenn Yumiko da ganz anderer Meinung war… Juri war der Meinung dass diese Beschäftigung besser war als die Alternativen wo es Bandenkriege waren, und auch wenn diese Rennen oft Todesopfer forderten, so war sie der Überzeugung dass das im Vergleich zu den Todesopfern durch Gewaltverbrechen zu bevorzugen war. Und es hatte auch noch einen anderen positiven Nebeneffekt: Die Leute begeisterten sich für eine Sache und hielten zusammen. Juri unterstützte das ganze also absolut. Dass sie selbst dabei einen kleinen Gewinn abzweigen konnte war da nur eine Nebensache.

    Neben den Rennen selbst entwickelte sich ja ein regelrechter Glückspiel-Ring, vor allem Wetten auf die Rennen, und da die kleine Diebin wieder eine Verbindung zu ihren alten parapsychologischen Fähigkeiten gefunden hatte und diese auch etwas verbessern konnte, ohne dass jemand davon etwas wusste, nicht mal Yumiko, hatte sie gute Gewinnchancen. Okay, sie gewann nur ca 20% ihrer Wetten, aber stieg immer mit einem Gewinn aus, da das was sie verlor kleine Wetten, und die paar die sie gewann allerdings so spezielle wie etwa „Wer crasht beim Start“ oder „Wer macht ein unfaires Manöver beim Start“ waren welche aufgrund der geringen Chancen hohe quoten hatten. Und halt alles auf den letzten Drücker, da sie, wenn sie sich wirklich Konzentrierte, fast eine Minute im Voraus sah… Aber vor allem hatte sie ein Auge darauf ob nicht die Polizei auftauchen würde, denn so konnte sie schnell „anonyme Infos“ zu den Rennleitern, und dadurch dem Rest geben. Sie wollte ja nicht dass diese Freizeitbeschäftigung, Spaß und Geldquelle zugrunde geht^^

    Und so war es auch beim Heutigen Rennen. Juri hatte sich unter die Leute gemischt, trug etwas farblich Schrille Kleidung, etwas viel Makeup im Gesicht und hatte sich sogar die Haarspitzen Blau gefärbt um mehr wie ein Party-Tier auszusehen welche man hier ja oft trifft, machte Stimmung, feuerte die Fahrer an, verhielt sich als wäre sie leicht vom Alkohol oder Drogen berauscht obwohl sie völlig nüchtern war und erleichterte die Leute von dem Kleingeld das sie nicht richtig verstaut hatten. Die Farbe war natürlich leicht wieder auswaschbar, da Yumiko nicht wissen durfte was sie hier machte. Sie hielt von dem ganzen ja überhaupt nichts, und wenn es nach ihr ginge, würde sie „den Kisten die Räder abschrauben“, so ihre eigenen Worte…
    Geändert von Gosti (18.12.2020 um 17:38 Uhr)

  7. #7
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Mit einem Schrei schreckte Viktor aus seiner ruhenden Position auf. Schmerz floss in zähen Strömen durch seinen Körper, fadt so, als hätten seine Nerven Feuer gefangen und verzehrten ihn von Innen. Erst, als erneut ein Schrei in seinem Kopf ertönte - ein gellender, schriller Laut, der jedoch gleich darauf abbrach - erkannte er, dass es nicht er selbst war, der gerade geschrien hatte. Die Leere, die sich in ihm breit machte, liess ihn erkennen, das es jemandes Schmerz gewesen war, der ihn hatte aufschrecken lassen, nicht jedoch sein eigener. Mit pochendem Schädel - der gehörte leider voll und ganz zu ihm - begann er sich langsam seiner Umgebung zu entsinnen.

    Richtig - er war einkaufen gegangen. Seit langer Zeit einmal wieder. Sich unter Menschen getraut, ehe er vollends den Mut verlor, genau das zu tun. Zu seinem Pech war er wohl in die Nähe eines Verbrechens geraten, als die Gefühle des Opfers ihn wie mit einem Hammerschlag niedergestreckt hatten. Er stemmte sich auf und sah, das seine Bewusstlosigkeit zum Glück glimpflich ausgegangen war. Sein Hab und Gut war noch da, es konnte also nicht lange gedauert haben, dass er ausgeschaltet worden war. Jetzt wieder bei klarem Verstand drangen wieder die Stimmen an sein Ohr, fast so wie das ferne Rauschen eines stürmischen Meeres, dem er rasant näher kam. Er biss die Zähne zusammen, ballte seine Hände und stählte sich für den kommenden Sturm. Er tat einen tiefen Atemzug, ehe er sich wieder auf die Strasse begab, die zu seiner Wohnung führte.

    Es war, als würde er durch einen Wasserfall müssen. Sobald seine purpurnen Augen die Menschenmenge sah, dröhnten ihre Stimmen in seinem Kopf, als würden sie alle mit ihm sprechen. Dutzende Gespräche, Gedanken, Vorhaben und Erkenntnisse prasselten wie schwerer Hagel auf ihn ein, während er dem Drang widerstand auf die Knie zu sinken und sich die Ohren zuzuhalten. Es nütze ja ohnehin nichts - im Gegenteil. Je auffälliger er wurde desto lauter wurden die Gedanken, die ihn betrafen, und desto schwieriger war es überhaupt zu funktionieren. Und dabei waren der 'Lärm' der ihn hier umgab, nicht einmal das Schlimmste.

    Er hatte den Blick fest auf den Boden gerichtet, um niemandes Gesicht sehen zu müssen. Sich nicht wieder in einem verlieren zu müssen. Doch das war keine Lösung auf Dauer - und zu leicht konnte es schiefgehen - so wie jetzt. "Hey Süßer - Lust auf ein bisschen Spaß?" Er konnte nicht anders - sein Blick flackerte nach oben, um die Dame anzusehen, die ihn gerade angesprochen hatte. Ihre Augen hatten lange Wimpern, ihre Lippen waren zu einem Lächeln verzogen. Ihre Haare trug sie offen, während ihre Finger an ihrem Ausschnitt herum nestelten, mit dem sie ihn locken wollte. Doch all das waren nur Eindrücke am Rande. Viel intensiver nahm er ihr grelles Makeup wahr, das jedoch gegenüber den Emotionen verblasst, welche ihr Gesicht zeichneten.

    Seine Augen weiteten sich, als sein Blick unruhig über ihr Gesicht wanderte, unfähig, sich davon zu lösen. Ein Mann, der sich davon stahl. Ein Kind, das hungrig blieb, das nicht verstand, warum Papa gegangen war. Verzweiflung, weil das Geld vorne und hinten nicht reichte, um dieses Balg und sich zu versorgen. Verzweiflung und hilflose Zuneigung, wenn diese unschuldigen Augen sie mit unkomplizierter Zuneigung ansahen. Hass auf sich selbst, solche düsteren Gedanken zu hegen, sogar ihren Körper verkaufen zu müssen, um über die Runden zu kommen.

    Viktor bemerkte, dass er weinte. Er hatte eine zittrige Hand ausgestreckt und sie sanft an ihre Wange gelegt. "Es tut so weh, nicht wahr? Es tut mir so leid.. ich kann nichts..." brachte er mit erstickter Stimme hervor, als er sich mit einem Ruck von ihr abwandte, als Verwirrung und Angst in ihr aufstiegen.

    Er rannte den Rest der Strecke, während weitere Gedanken und Emotionen ihm entgegen prasselten wie loses Gut, das ihm Sturmböen entgegen trieben. Als er die Tür zu seiner Wohnung aufriss und dahinter zu Boden sank waren seine Tränen immer noch nicht versiegt, denn der Schmerz der Frau hatte ihn immer noch nicht losgelassen. Und er weinte wegen sich selbst, wegen seinem Los, seinem Schicksal. Als wäre er ein Kind gefangen in einer Welt, die zu laut und zu grell war, um sie begreifen zu können.

  8. #8
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    Etwa eine Stunde später, als sich Douglas mit dem Besitzer der Werkstatt und einigen anderen Leuten dort unterhalten hatte, war er ungefähr genauso schlau wie vorher. Einem Rennen abgeneigt war keiner, schon gar nicht mit ihren Autos die sie ja unbedingt zeigen wollten. Und wo war es besser dem ‚Pöbel‘ zu zeigen was er sich nicht leisten konnte und dabei auch noch einige Mädchen zu imponieren, als auf der Straße bei einem Rennen? Wirklich viele Möglichkeiten gab es da nicht. Er musste also zu so einem Rennen um einfach mehr zu erfahren.

    Sobald aber von Mord die rede war, versicherten ihm alle, das sie das wiederum genauso wenig gut fanden und auch keiner dabei war, als das passiert sein sollte. Sie reagierten wie alle anderen auch nur auf die Plakate, keiner wüsste angeblich wer die Rennen veranstaltet. Doug ließ sich davon nicht blenden, aber ohne irgendwelche Beweise oder gar Indizien, konnte er für den Moment nichts weiter tun als Informationen zu sammeln.
    „Die lassen uns sicher nicht durch.“, meinte Seyrah, die wieder neben ihm auf dem Beifahrerplatz saß und mit ihrem Notebook zugange war.
    „Mal sehen.“ Doug ging nicht weiter drauf ein, sondern erkundigte sich nach den Daten seiner Kollegin. „Und hast du herausgefunden, welche Route sie nehmen könnten?“

    „Vom Start aus geht’s erstmal nur den gesperrten Speedway 7 entlang.“ Doug wusste wie jeder andere in der Stadt, dass der Speedway 7 wegen einer eingestürzten Brücke schon seit drei Jahren gesperrt war. Das Teilstück wohin sie wollten war nur über eine einzige Zugangsstraße befahrbar und die wurde mit Sicherheit überwacht, für den Fall das Polizei oder dergleichen aufkreuzte. „Nach einigen hunderte Meter sind sie dann aber schon im Karussell.“ Das Karussell war ein großer Verteiler von dem aus man in jede nur erdenkliche Richtung fahren konnte. Es gab mehrere davon und von jedem dieser Verteiler gingen dutzende Straßen ab. Einige führten direkt in die Slums, andere zu nahegelegenen Industriegebieten, wieder andere führten zu anderen Speedways die in die weiter entfernten Teile der Stadt führten.
    „Mit ihren tiefergelegten Protzkarren werden sie kaum durch die engen Gassen der Slums brettern, einige Industriegebiete dürften auch wegfallen. Es bleiben aber dann immer noch 8 Mögliche Routen die vom Karussell wegführen und die können sich dann auch nochmal etliche mal aufsplitten. Je nachdem, ob sie halt am Startpunkt auch wieder enden oder das Ziel sich woanders befindet.“
    Doug runzelte die Stirn, nachdem ihm Seyrah dies alles mitgeteilt hatte. Der Startpunkt war ihnen ja bekannt, ein wirkliches Geheimnis machten die PS Süchtigen ja nicht daraus. Es war also Sinnlos da irgendetwas unternehmen zu wollen. Aber dafür gab es immer jemanden, der das alles Organisierte. Und der fuhr in der Regel keine Rennen.

    „Wir sind da.“ Doug stoppte den Wagen und stellte den Motor ab.
    „Huh?“ Seyrah schaut von ihrem Notebook auf, brauchte einen Moment bis sie realisiert hatte, wo sie waren, bevor sie in einiger Entfernung den Speedway erkannte.
    „Wir werden laufen müssen. Du hast schon Recht, wenn du sagst, dass die uns kaum durchlassen werden, wenn wir da mit der Kiste hier auftauchen. Wir werden das letzte Stück also ein wenig zu Fuß laufen müssen. Dürften so 10 Minuten bis dahin sein.“
    Seyrah war offensichtlich wenig begeistert davon, stopfte aber ihr Notebook in ihre Tasche und stieg aus dem Wagen. Zehn Minuten später waren sie tatsächlich am Speedway und bereits unter den ganzen Schaulustigen. Es gab Stände wo man sich etwas zu Essen besorgen konnte, an anderen gab es Getränke. Doch man sollte schon zweimal hinsehen, was man sich an irgendeinen dieser Stände etwas kaufen wollte. Es gab einen Bereich, wo die Leute ihre Autos zeigten, natürlich immer gepaarte mit den entsprechenden Damen die alles andere als Prüde sind. Es war halt ein Straßenrennen und nichts Offizielles.
    „Wir sollten uns etwas umsehen und mal schauen, wer so alles hier ist. Lass uns herausfinden, wer hier das Sagen hat. Keiner fährt ein Rennen, wenn er nichts davon hat. Vielleicht finden wir heraus, wer die Preise gesponsort hat. Einige verdienen bei den Wetten vielleicht auch mit.“
    „Teilen wir uns auf. Ich gehe da lang, du da?“, fragte Seyrah und Douglas stimmte ihr zu. Weder Seyrah noch er selbst stachen aus der Menge heraus. Sie sahen aus wie die meisten anderen hier auch. Die Menschen kamen aus allen Gesellschaftsschichten, nur Bewohner aus HighCity sah man hier kaum. Die brauchten nicht kommen, denn für die gab es hier nichts wirklich Interessantes. Douglas hätte auch einfach die Polizei rufen können, um den ganzen Spuk hier ein ende zu machen, aber dann würden sie sich wieder irgendwo anders treffen und dann ein Rennen fahren. Dann wäre er genauso schlau wie jetzt. Die oberste Priorität für den Ermittler war nun erst einmal herauszufinden, wer hier wieviel zu sagen hatte. Vielleicht gab es ja auch einen Spitzel, der bei der Polizei arbeitet und die Verantwortlichen vorwarnte? Dann wäre der Fall für ihn schnell erledigt. Wunder würde ihn das nicht. Korruption zu bekämpfen war ein mühseliger und langatmiger Prozess.

    Während Duoglas durch die Menge schritt, hörte er genau hin, was um ihn herum gesprochen wurde. Das meiste war völlig belanglos, aber wer weiß was man so aufschnappen könnte. Ungewöhnliche Wetten waren meist ein Zeichen von absoluter Ahnungslosigkeit, dann verlor man auch in der Regel immer, oder weil man Insiderinformationen hatte. Bei den Streckenposten konnte man gut ein paar Namen in Erfahrung bringen, ohne dass man groß was dafür tun musste. Bei den Rennteilnehmern war bestimmt auch etwas zu erfahren und mit dem ein oder anderen beiläufig geführten Gespräch mit dem ein oder anderen Rennsportfan erfuhr man sicher ein wenig über die letzten Rennen und mit sehr viel Glück auch, wer die Fahrer waren, die die Menschen auf dem Gewissen hatte.

  9. #9
    Siedler Avatar von hakuryu
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    Mia hatte eindeutig ihren Spaß. Der Leopard und der Jaguar den er für sie geschaffen hatte wurden nicht nur ausgiebig gestreichelt, sonder sogar als Reittiere genutzt. Auch Fangenspielen stand mit auf dem Programm. Das allerdings konnte Mia nicht für sich entscheiden. Zumeist hatte der kleine Taschendrache dabei die Nase vorn. Tegan ließ das Ganze quasi nur im Hintergrund seines Geistes laufen und unterhielt sich unterdessen mit den Brüdern von Shinru. Die Jungs fanden es schade das die Rennen fast ausschließlich in den Außenbezirken stattfanden. Klar gab es auch Raser in der High City, nur waren die Straßen zu gut bewacht und die Strecken nicht wirklich lang genug als das man das als Event machen könnte und doch hörte man manchmal das ein kleines Rennen die Polizei in Aufregung versetzt hatte.

    "Weißt du Jack, ich hab ja nicht wirklich was gegen die Rennen. Das sich die jungen Leute mit Technick und Fahrzeugen beschäftigen als mit Bandenaktivitäten finde ich sogar sehr gut. Das baut Perspektiven auf. Nur leider werden fast immer Unbeteiligte mit reingezogen und verletzt. Beim letzten mal hat eines der Autos einen kleinen Jungen erwischt der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Als dein Bruder die erschreckten Gedanken auffing haben wir den Kleinen ins nächste Krankenhaus gebracht. Leider war seine Kopfwunde so schwer das er gestorben ist. Welches Auto ihn erwischt hatte konnte keiner sagen."
    "Hat das denn keiner gesehen?"
    "Nein. Das waren zu viele Fahrzeuge zur selben Zeit und die Luft voll von Rauch durch das driften."
    "Dann konnten die den Fahrer noch nicht finden?"
    Bedauernt schüttelte Tegan den Kopf.
    "Das ist doch Mist. Und da jemanden einschleusen?"
    "Tora, das ist wie eine geschlossene Gesellschaft. Da kommst du nicht einfach mal so ohne weiteres rein."
    "Auf keinen Fall. Man braucht Geld dafür und das nicht gerade wenig."
    " Mal ganz zu schweigen von einem passenden Fahrzeug."
    Tora und Jack sahen sich an und seufzten schwer. Nur zu gern hätten die beiden so ein Rennen mal Live gesehen und sich die Autos genauer angeschaut.




    "Also das lohnt sich wirklich. Das was die aus so manchem Auto gemacht haben grenzt schon fast an ein Wunder. Da will ich nicht wirklich wissen wo die das nötige Kleingeld her haben."
    Ein kleiner blauer Schatten huschte an der Gruppe vorbei, dicht gefolgt von Mia die vergeblich versuchte den Taschendrachen einzufangen. Sie hatte die letzten Satzfetzen mitbekommen und rief noch über die Schulter das Tegan und er doch auch so ein Auto hätten. Warum also nahmen Shinru und Tegan nicht auch an diesen Rennen teil.
    "Weißt du Mia, Das ist ein ganz besonderes Auto. Das ist schon so alt, das dein Urgroßvater damit durch die Gegend gefahren sein könnte."
    Mit großen Augen sah Mia den schwarzhaarigen an.
    "Tegan hat Recht, Süße. Unser Auto ist mehr als ein Opi. Der mag ja schnell sein, nur wenn der auch nur einen Kratzer abbekommt oder etwas mit dem Motor ist, können wir das nicht reparieren. Solche Autos gibt es nicht mehr und Ersatzteile hatte man schon vor 50 Jahren nur noch für horrende Preise bekommen."
    "Ich will gar nicht erst wissen wieviel ein Teil kosten würde sollten wir je eins brauchen."
    Geistesabwesend erschuf Tegan eine halb durchsichtiges Miniabbild ihrers mit allen Extras augestatteten Jaguar XK 120 Roadster aus dem Jahre 1954. In schwarz.
    "Ich glaub wir sollten mal wieder eine Runde drehen. Der brauch auch mal wieder Bewegung, sonst rostet der uns noch ein."
    "Wo habt ihr den eigentlich untergestellt? Ich dachte eigentlich das ihr den hier in die Garage stellen wolltet."
    "Bein dem Wirbelwind hier?"
    Damit nahm Tegan Mia hoch, wirbelte sie durch die Luft und fing sie dann im letzten Moment wieder auf.
    "Da wären dann doch jetzt schon mehr Kratzer und Dellen drin als der Jaguar Flecken hat."
    "Hey, das ist gemein Tegan."
    Mia schmollte. Das sah aber wiederum so niedlich aus, das alle Lachen mußten. Mit einem leisen Plop löste Tegan die Raubkatzen auf. Immerhin hatte er es geschafft diese über eine Stunde zu halten. Der Tag war entspannt vor sich hingeplätschert und brachte viel Lachen mit sich. Sie machten noch mal eine Wasserbombenschlacht, diesmal aber mit gemischten Teams und sogar Shinru´s Eltern machten mit. Nach dem Abtrocknen gab es noch etwas heißes zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Bis Ryu aufmerkte und sich zu Tegan´s alter Lederjacke schlich.
    Was hat er?
    Eine Mail. Ich schau mal schnell nach.
    Der Taschendrache hatte es geschafft das Handy aus der Tasche zu bekommen und trug es voller Stolz zu seinem Herrn. Tegan sah kurz nach.
    Wir müssen los. Wie es scheint haben wir heute noch einen Termin.
    Geändert von hakuryu (29.12.2020 um 17:58 Uhr)

  10. #10
    Bürger Avatar von Auren
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    Der Auftraggeber...

    Es kam besuch. Besuch für ein Anliegen besonderer Art. Im Gepäck etwas, was man heute gar nicht mehr finden würde. Ja da würden selbst die alten Veteranen vor neid erblassen.
    "Ist das der Ort von dem du ständig redest?"
    Stimmen waren zu hören. Ein Mann sprach. Seine Stimme war rau. Gab den Ton an. Die andere hingegen war zitternd als würde der Besitzer dieser Stimme um sein Leben bangen.
    "Ja, hier ist es. Ganz unten. Mit dem Fahrstuhl kommen sie zu ihm."
    Der Fahrstuhl wurde genauer betrachtet. Er war zwar nicht mehr der neuste, aber vollkommen in Ordnung.
    "Verschwinde."
    Nach diesem einen Wort nahm der ängstliche Typ die Beine in die Hand. Stürzte nach einigen Metern. Ehe es ihm gelang zu verschwinden.
    "Verängstliche Menschen. Schlimmer als Vieh."
    Darauf betrat er den Fahrstuhl und fuhr runter. Es gab nur eine Station.
    Dort hielt das Gerät. Nur war niemand zu sehen.
    So ging er ein paar Schritte nach vorn. Die Werkstatt betretend und wartete am Tresen. Legte das Objekt darauf.
    "Na komm schon, ich habe nicht die Ewigkeit gebucht."

    Der Star...

    Es wurde immer voller. Die Jugendlichen kamen herbei. Nur um das Rennen zu sehen. Sie wollten ihren Star zu jubeln, aber er war noch nicht da.
    Unter dem Tisch wurden die ersten Wetten angenommen.
    Die jungen Frauen räkelten an den modifizierten Fahrzeuge. Alle würden nicht am Rennen teilnehmen, aber man wollte gesehen werden. Zeigen, wie sie aus Schrott ein Kunstwerk geformt hatten.
    Alles lief friedlich ab. Doug der wesentlich Älter war als der Rest, sollte in der Masse auffallen, tat es aber nicht. Es scherte niemand um den Ermittler. Einzig Seyrah wurde entdeckt und kam daher etwas in Schwierigkeiten. Ein Mädchen, dass nicht wirklich hinein passt, wobei sie war ja nicht wirklich eines.

    Schnell würde sie von einem Fahrer angesprochen.
    "Hey, komm rüber." Forderte der junge Mann sie auf.
    "Steig ein, ich will den Anfängern hier mal was richtiges zeigen."
    Seyrah erkannte ihn nicht. Da alles viel zu schnell ablief.
    Zwei weitere junge Männer drängten sie ins Auto ohne dabei handgreiflich zu werden.
    Als Arbitrator, hätte sie die Jungs mit Leichtigkeit überwältigen können, aber dann wäre das ganze Spuk im Nu vorbei gewesen.
    Eine zweite Chance gab es daher nicht.

    Seyrah saß nun auf dem Beifahrersitz. Die Fenster waren unten. Jeder konnte sie sehen als der junge Mann endlich die Szene mit seinem Fahrzeug langsam heran fuhr. Für ihn gab es immer Platz. Die Leute machten ihn Platz.
    Rufe waren zu hören. "Endlich kann das Rennen los gehen."
    Sein Fahrzeug war laut. Es lief nicht die Musik. Der Motor war es, obwohl es keine Verbrenner mehr geben sollte, fuhren alle einen.
    Die Blicken blieben auf das Fahrzeug, dem jungen Mann und der Arbitratorin haften.
    Selbst Doug wurde darauf Aufmerksam, kam aber nicht an sie heran.
    Der Jubel um ihm war zu laut.
    "Hey, Schätzchen, keine Angst. Wir drehen eine Runde, danach feiern wir ein wenig und dann kannst du gern nach Hause."
    Seyrah wusste erst nicht, wie sie darauf antworten sollte.
    Um nicht aufzufallen oder den Fahrer zu verärgern machte sie unfreiwillig mit.
    "Einverstanden und wehe du kommst als letzter durch das Ziel. Wäre echt schade bei deinem Auto."
    Antwortete die Arbitratorin.
    "Sei doch nicht so verklempt. Bist wohl das erste mal hier."
    "In Wirklichkeit ist es mein erstes mal. Ich hab die Plakate gesehen und wollte einen Blick riskieren. Hätte aber nicht im Traum gedacht mitten drin zu sein."
    Sie spielte gut mit.

    Die Vergessenen...

    Verlassenes Lagerhaus. Außenbezirk zwei Stunden vor dem Rennen.
    Tegan und sein Freund betraten das Gebäude. Er verlassenes Lagerhaus, welches wohl noch vor drei Jahren gut genutzt wurde. Blut klebte an den Wänden. Holzkisten waren übereinander gestapelt. Patronen lagen herum. Doch anscheinend war hier schon lange keiner mehr hier gewesen.
    Die beiden Männer waren pünktlich. Auch wenn die Fahrzeit sehr knapp kalkuliert war.
    Diesen Termin, durften sie nicht verpassen.
    Eine Minute mussten die Arbitratoren warten. Dann hörten sie Schritte. Sie waren langsam und aus dem dunklen betrat ein älterer Mann das wenige Licht, welches die Dächer hindurch ließen.
    "Ihr habt es pünktlich geschafft. Nicht anders zu erwarten."
    Seine stimme war wie immer, ruhig, gelassen und ein wenig monoton.
    "Ich werde mich kurz halten. Es gibt ärger." Sein Blick streifte den Boden entlang. Ein Plakat mit Uhrzeit, Streckenverlauf Start und Ziel lag dort.
    Die Beiden kannten seine geheimnisvolle Art. Daher war es auch nicht wirklich verwunderlich.
    "Ihr solltet euch etwas Spaß gönnen. Vielleicht findet ihr jemanden. Ein bekanntes Gesicht. Ein neues und eines welches eigentlich nicht dahin gehört."
    Genauer wollte er sich nicht ausdrücken.
    Durfte es nicht. "Ich muss nun los. Beim nächsten Mal lasse ich mich mehr Zeit."
    Er ging rückwärts nach hinten, verschwand wieder im dunklen. Als wäre er nie hier gewesen.
    Die Jungs verstanden seine Botschaft, wenn leider auch nicht alles.

  11. #11
    Siedler Avatar von hakuryu
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    Das Lagerhaus kannten beide Arbitratoren. Vor Jahren hatte hier einer ihrer ehemaligen Kollegen fast den Tod gefunden, durch die Hand der eigenen Partnerin. Wirklich besser sah es jetzt aber auch nicht aus. Das Blut an den Wänden sprach da Bände. Sie hatten es rechtzeitig zum Treffpunkt geschafft, was dem Fahrstil von Tegan zu verdanken war.
    "Bist du dir sicher das du nicht auch mal bei diesen Rennen mitmachen willst Tegan?"
    "Ne bloß nicht. Ich fahre zwar gern schnell, aber so verrückt bin ich dann doch nicht. Das wäre mir zu stressig."
    Der Blick des Telepathen war recht zweifelnd. Er wußte das Tegan durchaus schon mit diesem Gedanken gespielt hatte. Nur auch ihn schreckten die Kolateralschäden ab. Besonders der Tod des Jungen beim letzten Rennen hatte ihn mitgenommen.

    Ihr Kontakt war wie immer pünktlich und drückte sich auch wie erwartet sehr schwammig aus. Shinru versuchte gar nicht erst in dessen Gedanke einzudringen. Das ging nur wenn ihr Gegenüber das auch zulies. Nur dieses mal bekam er sogar ein Einladung.
    "Schaut euch beim heutigen Rennen genau um. Nur beobachten und nicht eingreifen. Es sind nicht nur Bewohner der Außenbezirke unter den Teilnehmern."
    Shinru nickte nur das er verstanden hat und dann verließen auch die beiden Arbitratoren das Lagerhaus. Das Plakat nahm Tegan mit. Es sah ein wenig anders aus als das was Jack ihnen gezeigt hatte. Auf diesem fanden sich sämtliche Infos und nicht nur der Startpunkt. Die Fahrt verlief entspannt. Tegan zermarterte sich den Kopf wie er das mit Ryu hinbekommen sollte.
    "Selbst wenn er sich weitgehend unsichtbar macht, er würde doch von seinen Zähnen gebrauch machen."
    "Klar. Wenn er meint das es zu eng wird schafft er dir Platz." Shinru grinste den schwarzhaarigen verschmitzt an.
    "Mach dich noch lustig. Das ist ein Problem. Er könnte mich verraten und ihn im Caravan lassen ist keine Option. Der nimmt einfach seine Geistform an und marschiert durch die Wände."
    "Durch Wände? Seit wann kann der das denn?"
    "Frag mich was leichteres. Letzte Woche hatte ich ihn im Wagen gelassen und wußte das er auch drin war, dann bekam ich nur noch mit wie er einfach in die Geistform ging und einfach durch die Seitenwand gemacht ist und gleich noch mal durch die Backsteinwand vom Center. Seinen Blick hättest du sehen sollen als der Kurze neben mir aufgetauch ist. Total selbstzufrieden hat der sich dann auf meine Schulter gehockt und verblaßte fast vollständig."
    Im Geiste sah Shinru was Tegan erlebt hatte und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Zum Glück mußte er nicht fahren, je mehr sein Freund erzählte desto mehr mußte er lachen. Kurz danach kamen sie auch schon an. Parken mußten sie eine Ecke weg. Ihr Caravan war zu groß um durch die Menschenmassen zu kommen und einen Unfall wollten beide nicht riskieren. Die vielen Menschen machten sich sofort bei Shinru bemerkbar. Massen von Gedanken strömten wie Rauschen auf ihn ein und ließen ihn kurz keuchen. Mit einem tiefen Atemzug verschloß der Blonde seine Fähigkeiten hinter einem Diamantschild. Dann nickte er Tegan zu und sie verließen ihr Fahrzeug.




    Tegan machte sich wirklich Sorgen um seinen Taschendrachen. Er wußte das es schwer werden würde den kleinen davon abzuhalten anderen Leuten in die Waden zu zwicken, wenn er selbst der Meinung war das es zu eng war. Allerdings stromerte der Kleine auch gern herrum und verschaffte ihnen beide so auch mehr Infos. Das Ryu auch einfach ausrücken würde stand fest wie das Amen in der Kirche. Das Keuchen von Shinru ließ ihn kurz aufsehen und sofort hatte er die Waldlichtung im Kopf die seinem Partner schon so oft geholfen hatte. Dieser schüttelte nur leicht den Kopf und Tegan merkte wie die Präsens von Shinru aus seinem Kopf verschwand. Ein seltsames Gefühl, ihm war gar nicht bewußt das der Blonde wie Ryu immer in einem Teil seiner Gedanken war. Das allerdings brachte Tegan auf eine Idee. Wenn er den Drachen schon nicht verschwinden lassen konnte und der wohl eh, wie immer eigentlich, für Ärger sorgen würde, warum ihn nicht ganz offen mitnehem? Nur eben nicht als Maine Coon großen Drachen. Mit ein wenig Konzentration wurde der Drache größer und bekam dann einen Hundeskin. Jetzte sah Ryu aus wie ein Akita Inu.
    "Wehe du veränderst die Größe!"
    Shinru mußte lachen als er das hörte und beide verließen den Caravan.

    Bis zum Startbereich war es nicht weit. Viele Fahrzeuge waren dort die man besichtigen konnte. Natürlich in der obligatorischen Begleitung von sehr freizügig gekleideten jungen Frauen. Es gab Fressbuden und mobile Schenken. Es hatte etwas von nem kleinen Volksfest, nur das hier nicht ganze Familien sondern eher jung Leute unterwegs waren. Es wurde in die Motoren geschaut, über Tieferlegung diskutiert, wegen der besten Tuningchips gestritten und Infos getauscht wo man am günsigsten den besten Sprit herbekam. Letzteres war ein Thema was auch Tegan immer interessierte. Ihr Caravan fuhr nicht mit Solar oder einen Minifusionsreaktor (das wäre in den Außenbezirken viel zu auffällig) sondern mit Benzin.
    "Hey Kuro, was macht ihr denn hier und seit wann hast du nen Hund?"
    "Kyle. Wir wollen eigentlich nur mal schauen. Bei der Werbung die gemacht wurde konnten wir nicht anders. Der ist mir irgendwie zugelaufen und blieb eben. Was machen deine Kids?"
    "Denen geht es blendent. Und das Dank euch beiden. Wenn ihr nicht gewesen wärt, dann würden die drei wohl nicht mehr leben. Ist denn deine Verbrennung verheilt?"
    Tegan schob ein wenig den rechten Ärmel seiner Jacke nach oben und Kyle sah sich die recht frische Brandnarbe an und sein Blick bekam etwas bedauerndes. Der Hund kuschelte sich sowohl an seinen Herrn als auch an Kyle. Der Mann hatte ein paar Wochen zuvor bei einem Brand fast seine Familie verloren. Shinru hatte die panischen geistigen Hilfeschreie der Kinder gehört und Tegan war einfach in das Haus gestürmt und hatte mit Hilfe seiner Geister die Kids gerade noch rechtzeitig gefunden bevor die Decke eingestürzt war.
    "Schon gut, ist nicht weiter wild. Hauptsache es geht allen gut."
    "Sei doch nicht so bescheiden Kuro. Shiro, wenn du mal wieder Zeit hast, die drei wollen mal wieder eine von deinen Geschichten hören."
    "Mußt mir nur sagen wann. Wenn ich das einrichten kann komme ich gern vorbei."
    Die Männer unterhielten sich noch eine Weile und Tegan bekam einen Tipp wo in den nächsten Tagen der Sprit günstig war. Dabei schlenderten die Männer zwischen den Ständen und den Fahrzeugen entlang. Ryu merkte mit einem mal auf und wanderte zielstrebig einem Mann hinterher den Tegan nicht kannte. Der vermeintlich Hund schnupperte mehrfach an dem Mann der eindeutig älter war als der Durchschnitt und irgendetwas zu beobachten schien. Geistesabwesent streichelte er den Hund und scheuchte ihn dann sanft weg. Der ließ aber nicht abwimmeln.
    "Ryu, komm her. Laß den Mann in ruhe."
    Widerstrebend kam dann der "Hund" zu seinem Herrchen, wobei er dabei mehreren Leuten leicht in die Waden zwickte um seinen Unmut luft zu machen und den Weg zu Tegan freizumachen.
    "Alter, laß deine Töle nicht frei rumrennen."
    Der picklige halbwüchsige war nicht sehr erbaut über das Rempeln des vermeintlichen Hundes und motzte Tegan an. Mehr traute er sich dann doch nicht. Nicht weil der schwarzgekleidete ihn eisig ansah, sondern eher weil der Hund ihn mit gefletschten Zähnen und zum Sprung geduckt böse anknurrte.
    "Laß das Ryu. Komm her und benimm dich. Sorry, kommt nicht wieder vor."
    Damit ließ er den Jungendlichen stehen. Shinru hatte quasi im selben Moment nach seinem Arm gegriffen und zeigte auf eins der rundendrehenden Autos. Beide schaute genauer hin und waren nicht sicher ob sie sich nicht doch verguckt hatten. Automatisch wechselte Tegan zur geistigen Verbindung zu Shinru.
    Ist das Seyrah da neben dem Typen im Auto?
    Shinru öffnete kurz den Diamantschild und versuchte sich zu fokusieren. Offensichtlich war das nicht so einfach und brachte wohl mehr Probleme als Tegan vermutet hatte.
    Ja, das ist eindeutig Seyrah. Ich kann dir nicht sagen was sie in dem Auto macht, nur das sie das zwar nicht wollte, jetzt aber mitspielt. Der Fahrer ist irgendwie komisch. Sein geistiger Schatten ist seltsam. Ich komm nicht rein, nur sind hier auch viel zu viele Leute. Danke.
    Tegan hatte an der gepreßten Stimme seines Freundes mitbekommen das dieser nicht rechtzeitig seinen Schild wieder hochgezogen bekommen hatte. Also gab er Shinru die geistige Ruhe die er dann noch in einen Schild einschloß. Nebenbei bemerkte er dann noch das Ryu schon wieder auf Abwegen war. Blitzschnell griff er zu und verhinderte das dieser eine junge Frau ansprang die sie hier nicht zu sehen gehofft hatten.
    Juri. Was macht sie hier?
    Die Klamotten und das Make up passen nicht zu ihr. Sieht schrill aus.
    Ryu riß sich los und kuschelte sich an Juris Beine.

  12. #12
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    „Haben sie nicht? Nun dann haben sie aber zumindest genug Glück, weil ich hätte auch gar nicht hier sein können.“
    Der Fremde drehte sich in Richtung der Stimme. Ketel kam gerade aus den hinteren Bereichen, der untersten Ebene.
    Er ging erst in seine Werkstatt, legte seine Flinten ordentlich beiseite und ging dann zum Tresen zurück um den Fremden zu begrüßen.
    „Sein sie mir Gegrüßt, was kann ich für sie tun?“
    Die 1,80m große Person antwortete ihm nicht direkt, sondern stellte etwas unsanft einen großen Koffer auf den Tresen. Ketel hob eine Augenbraue, da der Mann nach wie vor nichts sagte, sondern Ihn unvermindert anschaute. Er öffnete dann den Koffer und drehte diesen zu Ketel, ohne den Blick von diesen abzuwenden.
    Der schaute zunächst zurück, ehe er hinab auf den Kofferinhalt blickte.
    Seine zweite Braue wanderte nun vor Erstaunen ebenfalls nach oben, gleich darauf verzog sich aber auch sein Gesicht, beim Zustand des Gezeigten.
    Ohne zu fragen, nahm Ketel einige der einzelnen Objekte in die Hand und fing gleich mit der Überprüfung an. Sein Gegenüber sagte nichts dazu, nach wie vor lies er seinen Blick aber nicht von Ketel ab.
    „Also...“ begann Ketel und schaute seinem Gegenüber wieder in die Augen.
    „Ich vermute mal...Reinigung, Ausbesserung, Justierung...noch etwas?“ Ketels Ton war nun sehr sachlich, weil die gezeigte Waffe wahrlich keine Massenware war.
    „Ein größeres Magazin. Außerdem soll es automatisch feuern, jedoch nicht zu schnell.“ der Ton seines Gegenüber war rau, man konnte schon sagen befehlend, aber das war Ketel gewohnt. Viele seiner Kunden zählten nicht gerade zu den friedlichsten Leuten.
    „Bis wann soll es dass?“
    Ketels Gegenüber griff kurz in eine Jackentasche und holte einen kleinen Beutel hervor. Er öffnete den Beutel leicht und legte diesen ebenfalls mit auf den Tresen.
    Wieder fuhren Ketels Brauen nach oben...
    „Ach gestern hätte es schon fertig sein sollen, nun dass ist...“ Ketel überlegte kurz und blickte wieder in den Koffer.
    „Ich brauche trotzdem einen Tag. Schneller geht es nicht. Wir beide wären sonst nicht mit dem Ergebnis zufrieden...“
    Sein Gegenüber knurrte nur zustimmend, steckte den kleinen Beutel wieder ein und machte sich ohne weitere Worte auf den Weg.
    Nachdem sein neuer Auftraggeber gegangen war, machte sich Ketel gleich an die Arbeit. Dabei fiel ihm auf das der Koffer einiges wog. Das an sich war zwar nichts ungewöhnliches, jedoch hatte dieser Mann nicht den Eindruck erweckt, als wäre er besonders kräftig. Es hätte Ketel nicht gewundert wenn er dabei sogar leicht ins Schwitzen gekommen wäre. Jedoch verwarf er den Gedanken gleich wieder, schließlich galt es ein altes Schmuckstück wieder herzurichten.

    „Ein Anzios 20mm Takedown Gewehr...dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. “
    Ketel legte den schweren Koffer auf seine großen Arbeitsplatte in der Mitte der Werkstatt ab. Dann begann er mit der fein säuberlichen Zerlegung der Waffe. Anders als bei den zuvor behandelten Waffen, welche ja „öfters“ Pflege bekamen damit sie auch zuverlässig funktionierten, musste Ketel hier nun ein bisschen „restaurieren“.
    „Naja gut, vielleicht ist dass nicht das richtige Wort, aber alter Schwede, du braucht ein bisschen Liebe meine Große.“ Ketel fing an die Waffe zu streicheln und tätscheln. Er legte sie zerlegt in eines der Ultraschallbäder. „Erst mal nimmst du ein Bad, schön im Waffenöl schwimmen gehen, dazu sanfte Wellen die selbst den tiefsten Schmutz lösen und hervor holen. Danach werden frische Winde dich abtrocknen und wir werden uns eindringlicher um deine Haut kümmern müssen. Hinzu kommt dass dein Herz von alleine schlagen soll...automatisch...also beim besten willen, wenn du anfängst, Leuten oder Dingen ins Gesicht zu spucken...da ist nichts mit Automatik. Du machst dass schön so wie immer...im Einzelfeuer. Allerdings wäre es wirklich cool, wenn nicht immer deine Begleitung fürs nachladen sorgen müsste. Hm...“ Ketel kratzte sich am Kopf während er überlegte, wie er den Mechanismus der Waffe, dahingehend anpassen konnte. Ursprünglich war dass gar nicht vorgesehen.
    „Egal, euer Date ist erst in 24 Std und bis dahin muss ich mich auch noch um deine Augen kümmern." Er wandte sich zum gehen. "Genieße du dein Bad, ich werde derweil jemanden besuchen.“

    So schnappte Ketel sich seine Sachen für draußen und verließ seine Garage mit der Optik in der Tasche. Als er oben war, fuhr er den Fahrstuhl wieder hinunter und trennte an einem verborgenen Ort, die Stromverbindung zum Fahrstuhl. So konnte niemand, in seiner Abwesenheit, einfach runter fahren und Unfug treiben. Nicht dass dies überhaupt jemals versucht wurde, aber man konnte ja nie wissen.
    Geändert von Survivor (21.12.2020 um 03:58 Uhr)

  13. #13
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    „Hätte es nicht wieder einen anonymen Tipp gegeben, hätte ich die letzte Wette fast mein ganzes Geld verbraten.“
    „Du hast die Wette doch nicht mal platzieren können, was beschwerst du dich eigentlich?“
    „Ich war aber kurz davor. Immerhin sah es nach nem Sieg aus.“
    „Na sei froh. Dein Geld wärst du dreißig Sekunden später auch direkt los gewesen, als der Typ seine Karre in der Leitplanke versenkte. Die ganze Beifahrerseite hat der sich weggerissen.“
    „Ja war schon übel. Aber der Tipp hätte gerne mal früher kommen können und nicht erst eine Minute bevor die Bullen hier auftauchen. War beim letzten Mal auch schon so knapp.“
    „Jupp. Ich frag mich was das bringen soll. Mag der uns schwitzen sehen, wenn wir hier wie die aufgescheuchten Hühner rumlaufen? Komischer Tippgeber.“

    Ein ähnliches Gespräch hatte Douglas auch anderswo auf dem Gelände schon mitgehört. Wie es schien, wurden sie immer erst eine Minute vor dem Eintreffen der Polizei gewarnt. Das es also nur einen Spitzel bei der Polizei gab, war damit wieder so gut wie hinfällig. Einfach unwahrscheinlich, dass die Warnungen dann immer so knapp waren, zumal man sie dann nicht mehr unbemerkt absetzten konnte. Es war eher ein Indiz dafür, das doch ein Arbitrator seine Finger im Spiel hatte. Eine Minute war wenig, aber ausreichend um den einen, kleinen aber entscheidenden Vorteil zu bekommen, um abzuhauen. Douglas überlegt kurz, was wäre, wenn die Polizei ähnlich gut ausgerüstet wäre wie zu Zeiten vor den Ressourcenkriegen? Schnelle Autos, gut taktische Ausbildung, Spezialisten für alles Mögliche, High-End Ausrüstung, Hubscharuber, Wasserwerfer, Spezialkräfte, Hundestaffel und was es sonst noch so gab. Das alles gab es jetzt nicht mehr oder nur sehr unzureichend. Und wenn wurde das bisschen Hightech Equipment dazu eingesetzt, die gut betuchte Bevölkerung in der High-City vor Taschendieben zu schützen. Doch viel Zeit um die ‚was-wäre-wenn‘ Szenarien durchzuspielen, hatte Doug nicht. Ein Hund lenkte seine Aufmerksamkeit kurz ab.
    „Sorry kleiner ich hab nichts für dich.“, sagte er dem Tier. Natürlich konnte der Hund ihn nicht verstehen, das war ihm bewusst. Entschuldigend streichelte er ihn kurz, dann aber schob er ihn sanft von sich weg. Sein Besitzer rief ihn wohl auch in dem Moment und der Hund verschwand wieder. Er lief zu zwei jungen Männern, denen Doug aber nur flüchtig Beachtung schenkte, denn die Menge wurde im selben Augenblick etwas unruhiger. Es schien sich was zu tun. Douglas blickt zur Strecke und sah wie sich ein neuer Wagen durch die Menge an die Startline drängte. Gut, noch irgendwer der hier angeben wollte, doch die Aufmerksamkeit die dieser Fahrer auf sich zog war ungleich Größer als bei allen anderen. Das weckte auch Douglas seine Neugier, aber aus halt anderen Gründen als die der Fans.

    Douglas hatte sich gut positioniert, er konnte in den Wagen sehen, ohne das er direkt daran stehen musste. Das Fenster war geöffnet und der Mann der den Wagen fuhr war ein Angeber durch und durch. Das war zumindest der erste Eindruck, den Doug von ihm hatte. Doch da saß noch jemand anderes mit im Wagen. Erst beim zweiten Hinsehen erkannte er Seyrah und für einen kurzen Moment war sein Gedanke nur einer.
    ‚FUCK!‘
    Da war so nicht geplant aber schnell errang Douglas wieder die Fassung. Wie sie ins, oder warum Seyrah im Auto saß, war für den Moment erstmal Nebensache und er wusste ja, dass sie auch nicht ganz Hilflos war. Sie konnte sich zur Wehr setzten, wenn sie musste. Sie würde sicher nicht einfach des Spaßes wegen mit irgendeinem Fremden ein Rennen mitfahren, sie war also sicher nicht freiwillig in dem Wagen. Douglas versuchte näher ran zu kommen, doch die Menschenmenge vor ihm, verhinderte dies gründlich. Ohne Aufzufallen würde er keinen Schritt dichter an seine Kollegin herankommen. Er versuchte Sichtkontakt mit Seyrah zu bekommen, aber sie blickte leider nicht in seine Richtung oder leider an ihm vorbei.
    Geistesgegenwärtig zückte er sein Handy, schoss schnell ein paar Fotis von Auto und Fahrer um später zumindest einige Aufnahmen zu haben, sollte Seyrah etwas zustoßen. Dann öffnete er einen Chat mit Seyrah.
    ‚Sehe dich im Wagen, Was ist passiert?‘
    Glücklicherweise hatte sie ihre Tasche bei sich und kramte schnell nach ihrem Telefon, dessen vibration sie deutlich spürte. Der Fahrer nahm davon keine Kenntniss, der war mit Angeben beschäftigt. Seyrah lass die Nachricht und blickte sich suchend in der Menge um.
    ‚Fahrerseite, 6 Meter vor dir. Komme nicht dichter ran ohne aufzufallen.‘ Seyrah lass erneut, suchte mit ihren Blicken die genannte Position ab und fand schlussendlich Douglas in der Menschenmenge, auch wenn er immer wieder kurz verdeckt wurde. Dann schrieb sie eine Antwort.
    ‚Wurde bedrängt. Keine andere Möglichkeit ohne aufzufallen. Spiele erstmal mit, vielleichte ergibt sich was für unseren Fall‘
    ‚Meld dich umgehend wenn du Hilfe benötigst. Ich lass dein Notebook und dein Handy sofort von der Zentrale orten, zur Sicherheit.‘
    ‚Verstanden. Geht wohl gleich los, melde mich sobald es geht.‘ Damit steckte sie ihr Handy wieder weg. Douglas wusste, dass er nun nur noch zusehen konnte, Hinterherfahren konnte er mit seinem Dienstwagen eh nicht. Der war viel zu langsam und bis er bei dem Auto war, wären der Vorsprung eh schon zu groß. Er tat das, was für die Situation erstmal das beste war. Ruhe bewahren. Sein Puls war zwar etwas angestiegen aber er war weit weg davon, sich Aufzuregen oder gar panisch zu werden.

    ‚Schöne scheiße!‘, dachte er sich, nachdem er dann noch bei der Zentrale mittels eines kurzes Anrufes die Ortung von Seyrahs Telefon und Notebook veranlasst hatte.

  14. #14
    Tourist Avatar von Gosti
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    Juri war hier wirklich mittendrin im Geschehen, immer in Bewegung, sprang von einer Gruppe zur anderen wo sie scheinbar immer jemanden zu kennen schien, auch wenn das oft gar nicht der Fall war. Aber wenn man sich hier einfach einbringt wird man sehr schnell akzeptiert, da unter diesen großen Gruppen niemals jeder jeden Merkt mit dem man mal etwas zu tun hatte. Zu sagen dass sie es nicht genießen würde wäre eine Lüge, das Mädchen hatte ganz klar rießen Spaß hier mitzumischen, mit den Leuten zu diskutieren und auch die einen oder anderen Infos gegen bares einzutauschen, oder einfach mit den Leuten einen trinken und rumkreischen (wobei sie nie wirklich etwas alkoholisches hier trank, aber in der Menge fällt das meist nicht auf wenn vor dem Stamperl heben mal kurz alles auf den Boden geht).
    Ja, sie schien hier perfekt rein zu passen. Das Einzige was fehlte war dass sie sich ebenfalls über die Autos räkelte, aber das war dann wirklich nicht ihr Stil, und wäre irgendwie auch kontraproduktiv, weil sie musste ja doch noch etwas mehr Kleidung tragen um das ganze Geld irgendwo zu verstauen.
    In ihren fast kniehohen Boots hatte sie schon ein paar Credit-Chips verschwinden lassen, und ihre langen, fingerfreien Handschuhe waren auch ein guter Ort um den einen oder anderen Schein verschwinden zu lassen. Auch der Rest ihres Outfits was sich am besten als cyberpunkiges Korsett bezeichnen ließ, welches mehrere violette Stofffetzen dekorierte, hatte mehr Taschen als man glauben möchte, und versteckte auch die eine oder andere Klinge, für alle Fälle natürlich. Die kleine Umhängetasche die sie dabei hatte hingegen hatte nichts wichtiges drin, nur einen Tracker und eine Rauchgranate die los geht wenn jemand versuchen würde sie zu öffnen. Es war quasi eine Ablenkung, von der sie regelrecht erwartet dass jemand versuchen würde sie zu stehlen.

    So langsam machten sich endlich die Fahrer fertig für den Start, und das war für Juri natürlich auch der Zeitpunkt wo sie so wirklich aktiv wurde mit ihren Last Minute Wetten. Daher huschte sie zu den richtigen Leuten und nochmal an vielen vorbei, sich meist geschickt durch die Menge schlängelnd um zu ihrem Ziel zu kommen, und wie immer natürlich das eine oder andere Mitbringsel von anderen Leuten stibitzen. Dabei bemerkte sie natürlich auch den Vorfall wo dieses leicht auffällige Mädchen offensichtlich unfreiwillig in den Wagen gebracht wurde, dagegen konnte sie allerdings nichts machen. Jeder der hier her kam war sich bewusst dass immer ein gewisses Risiko herrscht. Aber irgendetwas an ihr war komisch… Sie hatte das Gefühl sie zu kennen, aber konnte es nicht zuordnen, was eine Seltenheit war. Das ließ sie annehmen dass sie vielleicht irgendetwas mit ihrer Vergangenheit zu tun hatte? Ihr zuckte es in den Fingern dem da weiter nach zu gehen, wusste aber auch dass es gefährlich ist in solch einer Menge etwas dummes zu versuchen…
    Bevor sie jedoch diese Gedankengänge abschließen konnte merkte sie wie sich dieser Hund an ihr Bein schmeichelte, etwas was sie fast schon etwas aufschrecken ließ, so sehr war sie gerade im Gedanken. Da sie aber ein Tierfreund war senkte sie sich etwas um den Hund unterm Ohr leicht zu graulen, und sah dann zum scheinbaren Besitzer und seinem Partner auf, was Juri dann wirklich ein etwas ungutes Gefühl gab. Wieder dieses Gefühl sie zu kennen, nur dass sie hier jetzt etwas nervös wurde... Sie ließ vom Hund ab und lächelte die Zwei kurz an. „Ein Tier hier mitzubringen ist gefährlich, ihr solltet aufpassen dass er nicht niedergetrampelt wird^^“ sagte sie mit leichtem kichern und machte sich dann sofort auf da wieder weg zu kommen, und um zu checken ob in der Brieftasche die der Dunkelhaarige dabei hatte etwas wichtiges drin war was ihr erklären könnte wer das war...

    Kurz in einer Seitengasse verschwindend tat sie das dann auch. Die Brieftasche selbst war leer, bis auf eine Kunststoff-Karte auf welcher ein Foto von dem Typen abgebildet war, und sonst kaum Irgendetwas wichtiges. Kein Firmenlogo, kein Name, nichts bis auf einen Strichcode und der Bezeichnung "Freigabe: SS". Aber auch wenn sie dadurch nicht wissen konnte von wo er her kommt, so war klar dass er zu irgend einer Organisation gehörte, und die Freigabe ließ vermuten dass er wichtig war. Das alles gefiel ihr natürlich überhaupt nicht. Geheimdienst vielleicht?
    Während sie so überlegte merkte sie dann auch noch dass der Hund von den Beiden ebenfalls nun in der Gasse stand und sie ansah, was ihr Herz nur noch mehr raßen ließ... Die Karte steckte sie sich in eine Gesäßtasche ein und ging dann zum Hund um ihm die Brieftasche vors Maul zu halten. "Bring das deinem Herrchen ruhig wieder..." sagte sie leicht nervös, und sobald er sich das Etui geschnappt hat, würde sie wieder in die Menge tauchen und versuchen dort unterzugehen
    Geändert von Gosti (23.12.2020 um 18:49 Uhr)

  15. #15
    Siedler Avatar von hakuryu
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    Ryu genoß das kurze Kraulen hinter den Ohren. Trotzdem sah er die schnelle Handbewegung der jungen Frau. Da Tegan natürlich alles mitbekam was sein kleiner blauer Freund sah, wußte er im selben Moment das sie ihm schon wieder die Brieftasche geklaut hatte.
    Sie kann es echt nicht lassen.
    Was kann sie nicht... Nicht schon wieder. Das hat uns damals schon in Schwierigkeiten gebracht. Und wäre beinahe gründlich in die Hose gegangen.
    Ich weiß. Wenn Janson nicht gewesen wäre hätte uns die Herlay richtig ans Bein gepißt.
    Gedanklich schickte er Ryu hinter Juri her. Er wußte das er nicht groß was in seiner Brieftasche hatte, das sollte man in den Außenbezirken grundsätzlich nicht haben. Man konnte jederzeit beklaut werden. Sollten da Massen an Geld oder Wertgegenstände drin sein würde es Fragen aufwerfen die keiner der beiden jungen Männer haben wollte.
    Hast du irgendetwas wichtiges da drin?
    Nein. Nicht das ich wüßte. Das letzte Mal hatte ich die am Checkpoint... FUCK!!!
    Nicht dein Ernst? Du hast deine ID-Card in der Brieftasche???? Bist du von allen guten Geistern verlassen?
    Das Etui ist kaputt gegangen und iwo mußte ich das Teil verstauen.
    "Aber doch nicht in der Gesäßtasche wo jeder leichtes Spiel hat!"
    "Ja, kommt auch nicht mehr vor. Juri ist übrigens da vorn in der Seitengasse und hat meine ID in der Hand. Würdest du die bitte holen?" Ich würde die Gasse nach hinten schließen, dann kann sie nicht flüchten.
    "Wie kann man nur ..."
    Grummelnd schlenderte Shinru in Richtung der Gasse in der Juri gerade dem vermeintlichen Hund Tegan seine Brieftasche vor das Maul hielt.




    Sich tierisch über seinen besten Freund ärgernd, ging der Blonde in die angegebene Richtung. Juri hielt Ryu immer noch die Geldbörse vor die Schnauze und hoffte wohl das dieser die einfach nehmen und abziehen würde. Tegan gab noch weiter das sie seine ID behalten hatte und irgendwo in einer der Gesäßtaschen deponiert hatte. Welche hatte der Taschendrache nicht gesehen.
    Shinru hatte sich ein klein wenig geöffnet und bekam die Gedankengänge bezüglich Tegan seiner Identität mit und mußte sich sehr bemühen um nicht lauthals loszulachen. Als er diese allerdings gedanklich weiterreichte, durchzog ein halb hysterisches Lachen seinen Kopf. Einerseits fand das der dunkelhaarige urkomisch was da in ihrem Kopf rumspukte, andererseits zeigte das auch das sie ihre ID-Cards anderweitig verstauen mußten.
    Sich entspannt gebend, trat Shinru zu dem Akita und schaute leicht verwundert auf die Brieftasche.
    "Wo hat denn mein Kumpel die verloren? Lieb von dir sie Ryu zu geben das er die zurückbringt."
    Die Nervosität der jungen Frau entging ihm in keiner Weise. In ihrem Kopf sah er auch ihre Strategien. Es gingen Juri so einige durch den Kopf. Unter anderem das sie an der Feuerleiter aus der Gasse klettern würde. Als letzte Option welche sie nicht wirklich wollte könnte sie noch schreien wenn ihr Shinru zu nahe kommt. Und Aufmerksamkeit wollte er auf keinen Fall haben.
    "Die muß ihm eben aus der Tasche gefallen sein. Kannst du denn beweisen das es die von deinem Kumpel ist?"
    Das sie sich mit der Frage selbst ins Aus manövriert hatte bekam sie in dem Moment gar nicht mit. Sie hatte sich weder gebückt um sie aufzuheben und doch hatte sie die Brieftasche dem Hund entgegen gehalten. Ergo wußte sie genau wem die gehörte. In Juris Geist sah Shinru das sie nicht vor hatte die ID-Card rauszurücken. Dafür fand sie das Rätzel viel zu interessant, zumal sie auch das Gefühl hatte die jungen Männer kennen zu müssen.

    Tegan laß das mit dem Verschließen der Gasse. Sieh zu das du die ID irgendwie aus ihrer Tasche bekommst. Selbst ich bin ihr suspekt und sie ist kurz davor zu schreien.
    Geht klar. Ryu will noch ne Runde kuscheln. Das ist ein total seltsames Gefühl. Ich hab nen Skarabäus dran. ID gefunden. Lenk sie bitte noch ein wenig ab.
    Geht klar.
    Ryu ignorrierte die Brieftasche und schmiegte sich einfach wieder an Juri. Ihm war das kurze Ohrenkraulen nicht genug gewesen. Immer noch nervös streichelte sie dann doch das weiche dunkel gestromte Fell. Shinru ließ sie dabei allerdings nicht aus den Augen. Dieser blieb einfach wo er war und gab ein Bild der Unbekümmert- und Harmlosigheit ab.
    "Wenn du oben auf der Rückseite genauer hinschaust wird dir die geflickte Naht auffallen. Ryu hatte da mal was durchgekaut und wir mußten das reparieren. Und auf beiden Seiten wirst du Zahnabdrücke von dem kleinen Kerl da finden."
    Kurz schaute Juri auf das Teil in ihrer Hand und sah die leicht beschädigten Stellen. Dann hielt sie Shinru das Ganze dann doch entgegen. Zwischenzeitlich hatte es der Skarabäus geschafft die ID-Card aus der Hosentasche zu buchsieren. Mit einem kaum wahrnehmbaren Rascheln fiel diese auf den Boden. Ryu stellte eine Pfote drauf und verhinderte so das Juri den sofort wieder sah.
    Sieh zu das du deinen Ausweis verschwinden läßt. Ryu muß mit mir die Gasse verlassen, sonst haben wir schneller ein paar Halbstarke am Hals als uns lieb ist.
    Dankend nahm der Telepath die Brieftasche von Tegan an, rief nach Ryu, der sich widerstrebend und mit leichtem Bedauern im Blick von Juri entfernte, diese drehte sich um uns verschwand mit schnellen Schritten ohne sich umzublicken in der Menge. Aus dem Augenwinkel sah Shinru noch wie sich ein flacher Stein auf die ID legte.
    Tegan behielt auch den kleinen Skarabäus aufrecht. Er wollte sichergehen das Juri nicht doch wieder zurückkommen würde. Als sie dann in der Menge verschwunden war holte der Blonde die ID zurück, innerlich aufatmend das nichts weiter passiert war.
    Geändert von hakuryu (27.12.2020 um 13:49 Uhr)

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